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Richtig heizen: Nachtabsenkung, Einstellungen & smarte Tipps

Wer richtig heizt, friert nicht und zahlt trotzdem weniger. Wie viel die Nachtabsenkung bringt, welche Einstellungen wirklich zählen und was smarte Thermostate Dir abnehmen, zeigen wir Dir hier.

Richtig heizen heißt, die Wärme dort und dann einzusetzen, wo Du sie brauchst: nachts etwas kühler, tagsüber vor allem in den Räumen, die Du nutzt, und immer so, dass sich keine Feuchtigkeit an kalten Wänden niederschlägt. In diesem Ratgeber erfährst Du, wann sich die Nachtabsenkung lohnt, wie Du Thermostat und Heizung richtig einstellst und wie Dir smarte Heizkörperthermostate das tägliche Nachregeln abnehmen.

Aktualisierter Inhalt: Dieser Artikel wurde ursprünglich am 22. Oktober 2021 veröffentlicht und am 16. Oktober 2026 überarbeitet und wiederveröffentlicht.

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Richtig heizen: Die Grundregeln

Bevor Du an Zeitplänen und Smart Home-Geräten feilst, lohnt sich ein Blick auf die Basis. Drei Gewohnheiten machen den größten Unterschied.

Die Temperatur bewusst wählen

Der größte Hebel ist die Raumtemperatur: Laut co2online senkt ein Grad weniger den Heizenergieverbrauch um etwa 6 %. Je nach Quelle gelten für Wohnräume 19 bis 22 °C als sinnvoll, für Schlafräume 16 bis 19 °C. Welche Temperatur in welchem Raum passt, haben wir in unserem Ratgeber Optimale Raumtemperatur zusammengestellt.

Heizen, wo Du bist

Heize die Räume, die Du nutzt, und halte Türen zu kühleren Räumen geschlossen. Sonst strömt warme, feuchte Luft dorthin und kondensiert an kalten Wänden, was laut Umweltbundesamt Schimmel begünstigt. Lass den Heizkörper außerdem frei: Möbel, Vorhänge und Verkleidungen stauen die Wärme, und das Thermostat regelt zu früh ab, weil es an der Heizung selbst misst.

Nicht auf Stufe 5 drehen

Wenn es schnell warm werden soll, drehen viele das Thermostat voll auf. Das bringt nichts: Der Raum wird dadurch nicht schneller warm, die Heizung läuft nur länger weiter und der Raum wird wärmer als nötig. Stell lieber die gewünschte Stufe ein und gib dem Heizkörper Zeit.

Nachtabsenkung: Wann sie sich lohnt und wie Du sie einstellst

Die Nachtabsenkung ist der Klassiker unter den Spartipps. Du senkst die Temperatur in den Stunden, in denen Du schläfst oder nicht zu Hause bist, und heizt erst kurz vor dem Aufstehen wieder hoch.

Lohnt sich die Nachtabsenkung?

In den meisten Fällen ja, aber der Effekt ist kleiner, als viele denken. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt für Einfamilienhäuser bei konsequenter Nachtabsenkung etwa 5 bis 12 % Heizenergie gegenüber dem Dauerbetrieb. Der Fachdienst Energie-Fachberater kommt auf rund 7 %, wenn die Raumtemperatur nachts von 20 auf 17 °C sinkt, auch nach Abzug der Energie für das morgendliche Aufheizen. Am meisten bringt die Absenkung in schlecht gedämmten Gebäuden, die allerdings auch schneller auskühlen. In gut gedämmten Neubauten fällt die Ersparnis geringer aus.

Wohnst Du zur Miete in einem Mehrfamilienhaus, ist eine zentrale Absenkung am Kessel meist nicht zulässig, weil jede Wohnung jederzeit beheizbar sein muss. Dann senkst Du die Temperatur selbst an den Thermostaten ab.

Nachtabsenkung: Wie viele Grad und von wann bis wann?

Das Umweltbundesamt hält nachts 18 °C für vertretbar. Wird es in Wohnräumen dauerhaft kälter als 16 bis 18 °C, steigt das Schimmelrisiko stark. Im Schlafzimmer nennt die Verbraucherzentrale 16 bis 19 °C, und die Temperatur sollte insgesamt nicht unter 16 °C fallen.

Eine feste Uhrzeit gibt es nicht, denn sie hängt von Deinem Haus ab. Als Faustregel fährst Du die Heizung ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen herunter, weil die Wärme noch eine Weile im Raum bleibt, und heizt etwa eine Stunde vor dem Aufstehen wieder hoch. Beobachte eine Woche lang, wie schnell Deine Wohnung auskühlt und wieder warm wird, und passe die Zeiten an.

Heizung nachts ausschalten oder absenken?

Absenken. Ganz ausschalten solltest Du die Heizung nicht, denn stark ausgekühlte Wände begünstigen Schimmel, und morgens muss die Heizung umso mehr leisten, um den Raum wieder aufzuwärmen. Wer nachts gar nicht absenkt, verschenkt dagegen Sparpotenzial, weil die Heizung auch dann läuft, wenn niemand die Wärme braucht.

Nachtabsenkung bei Fußbodenheizung und Wärmepumpe

Bei Flächenheizungen wie der Fußbodenheizung ist die Nachtabsenkung laut Verbraucherzentrale wenig sinnvoll, denn sie arbeiten mit niedrigeren Temperaturen und reagieren träge. Auch bei Wärmepumpen kann sich der Verzicht lohnen: In gut gedämmten Häusern mit träger Flächenheizung braucht das morgendliche Aufheizen höhere Temperaturen und mehr Leistung, und das senkt die Effizienz. Manche Wärmepumpen haben außerdem einen Nachtmodus für den Schallschutz, der unabhängig davon läuft. Welche Einstellung für Deine Anlage passt, klärt Dein Fachbetrieb oder der Hersteller.

Einzelne Räume kannst Du trotzdem gezielt steuern, zum Beispiel mit smarten Thermostaten für die Fußbodenheizung.

Heizung einstellen: Thermostat, Stufen und Kessel

Das Thermostat richtig einstellen

Die Zahlen am Heizkörperthermostat sind keine Leistungsstufen, sondern Temperaturen. Laut co2online gilt ungefähr:

StellungTemperaturGeeignet für
Frostschutz (*)ca. 6 °CKeller
1ca. 12 °CTreppenhaus
Mond (☽)ca. 14 °CAbsenken über Nacht
2ca. 16 °CSchlafzimmer
3ca. 20 °CWohnzimmer, Arbeitszimmer, Küche
4ca. 24 °CBad
5ca. 28 °Cnur kurzzeitig

Zwischen den Stufen liegen meist 3 bis 4 °C, die genauen Werte hängen vom Modell ab. Wichtig ist, den ganzen Regelbereich zu nutzen. Wer das Thermostat nur zwischen voll auf und ganz zu dreht, regelt im Grunde mit einem Schalter. Smarte Thermostate zeigen die Temperatur dagegen direkt in Grad an, das macht das Einstellen deutlich einfacher.

Heizkessel: Vorlauftemperatur und Heizkurve

Neben den Thermostaten gibt es Einstellungen an der Heizungsanlage selbst, etwa Vorlauftemperatur, Heizkurve und die Zeiten für die zentrale Nachtabsenkung. Die Menüs unterscheiden sich je nach Hersteller und Modell, deshalb gibt es hier keine pauschale Anleitung. Änderungen an der Heizkurve und der hydraulische Abgleich gehören in Profihände. Wohnst Du zur Miete, sprich den Vermieter oder die Hausverwaltung an. Wie moderne Kessel sich selbst an den Bedarf anpassen, erklärt unser Artikel zu OpenTherm.

Richtig heizen und lüften: So beugst Du Schimmel vor

Wer weniger heizt, muss besser lüften, denn kühlere Räume werden schneller feucht. Das Umweltbundesamt empfiehlt, zwei- bis dreimal täglich etwa 5 Minuten stoßzulüften, also die Fenster weit zu öffnen. Das Schlafzimmer lüftest Du morgens 5 bis 10 Minuten, Küche und Bad direkt nach dem Kochen oder Duschen. Gekippte Fenster lüften im Winter kaum, kosten aber viel Wärme. Dreh das Thermostat während des Lüftens herunter, damit die Heizung nicht gegen die kalte Luft anheizt.

Behalte außerdem die Luftfeuchte im Blick. Liegt sie über Tage bis Wochen über 60 %, kann Schimmel laut Umweltbundesamt schon innerhalb weniger Tage wachsen, die Verbraucherzentrale rät im Winter sogar zu unter 50 %. Bleibt sie trotz Lüften hoch, hilft ein Luftentfeuchter, wie unser Luftentfeuchter Test 2026 zeigt. In schlecht gedämmten Wohnungen sollten Schränke und Betten außerdem mindestens 3 bis 5 cm Abstand zur Außenwand haben.

Smarte Heiztipps: So heizt Du richtig, ohne ständig nachzuregeln

Die klassischen Regeln funktionieren nur, wenn Du sie jeden Tag umsetzt. Genau das übernehmen smarte Thermostate für Dich. Sie lassen sich mit mitgelieferten Adaptern auf die meisten Heizkörperventile schrauben und per App oder Sprache steuern.

Tipp 1: Heizpläne für jeden Raum

Mit einem smarten Thermostat legst Du für jeden Raum einen eigenen Zeitplan fest. Das Schlafzimmer kühlt nachts automatisch ab, das Bad ist warm, wenn Du aufstehst, und das leere Wohnzimmer läuft tagsüber sparsam. So setzt Du die Nachtabsenkung um, ohne abends an den Regler denken zu müssen. co2online beziffert die Ersparnis durch programmierbare Thermostate auf rund 10 % der Heizkosten. Die Verbraucherzentrale gibt zu bedenken, dass zu frühes Vorheizen die Ersparnis schmälern kann. Plane die Aufheizzeit deshalb knapp und justiere nach, bis das Bad gerade rechtzeitig warm ist.

Tipp 2: Fenster-offen-Erkennung

Beim Stoßlüften vergisst man gern, die Heizung herunterzudrehen. Viele smarte Thermostate erkennen ein geöffnetes Fenster am schnellen Temperaturabfall und regeln automatisch ab. Andere arbeiten mit zusätzlichen Tür- und Fenstersensoren, die direkt melden, wenn ein Fenster offen steht.

Tipp 3: Raumsensoren für Temperatur und Luftfeuchte

Das Thermostat am Heizkörper misst direkt an der Wärmequelle und deshalb oft zu warm. Ein Raumsensor, der frei im Raum steht, liefert realistischere Werte und zeigt Dir zusätzlich die Luftfeuchte. So weißt Du, wann Lüften nötig ist, bevor sich Feuchtigkeit an den Wänden niederschlägt. Passende Geräte findest Du in der Kategorie Heizungssensoren.

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Tipp 4: Automatisch heizen mit Geofencing

Beim Geofencing erkennt das System über Dein Smartphone, ob jemand zu Hause ist. Verlassen alle das Haus, regelt die Heizung herunter, und auf dem Heimweg fährt sie wieder hoch. Das ist besonders praktisch bei wechselnden Arbeitszeiten, wenn feste Zeitpläne nicht passen. Wie das funktioniert und welche Systeme es können, erklärt unser Ratgeber Geofencing-Heizung.

Welches System passt zu Dir?

Für den Einstieg hast Du die Wahl. tado° regelt raumweise und bietet Geofencing, Eve Thermo ist Matter-kompatibel und arbeitet mit Apple Home, Google Home und Alexa zusammen, was unsere Seite zu Matter & Thread genauer erklärt. Bosch Smart Home setzt auf eine eigene Zentrale und unterstützt Matter, Homematic IP läuft als lokales System mit eigener Zentrale, und Aqara ist ein günstiger Einstieg für Zigbee-Setups.

Ob die Thermostate auf Deine Ventile passen, klärt unser Ratgeber zu Adaptern für smarte Heizkörperthermostate. Welche Modelle sich im Vergleich lohnen, zeigen wir in den besten smarten Heizkörperthermostaten.

Häufige Fragen zum richtigen Heizen

Soll man die Heizung nachts ausmachen?

Nein, absenken genügt. Ausgekühlte Wände begünstigen Schimmel, und morgens braucht die Heizung viel Energie, um den Raum wieder aufzuwärmen. Besser ist eine moderate Absenkung auf etwa 16 bis 18 °C.

Wie viel Grad sollte die Nachtabsenkung betragen?

Das Umweltbundesamt hält nachts 18 °C für vertretbar, im Schlafzimmer sind 16 bis 19 °C üblich. Unter 16 °C steigt das Schimmelrisiko deutlich.

Durchheizen oder Nachtabsenkung?

Absenken spart in der Regel Energie, besonders bei Heizkörpern und schlecht gedämmten Gebäuden. Bei trägen Flächenheizungen wie der Fußbodenheizung und bei vielen Wärmepumpen ist gleichmäßiges Heizen oft sinnvoller. Weitere Maßnahmen mit ihrem Sparpotenzial findest Du in unserem Ratgeber Heizkosten sparen: Tipps für Haus, Mietwohnung & Altbau.

Auf welcher Stufe heizt man am sparsamsten?

In Wohnräumen reicht meist Stufe 3, das entspricht etwa 20 °C, im Schlafzimmer Stufe 2 mit rund 16 °C. Höher zu drehen bringt den Raum nicht schneller auf Temperatur. Bleibt ein Heizkörper trotz hoher Einstellung kalt, findest Du Ursachen und Lösungen in unserem Ratgeber Heizkörper wird nicht warm.

Fazit

Richtig heizen heißt: die Temperatur bewusst wählen, nachts moderat absenken statt ausschalten, regelmäßig stoßlüften und nur dort heizen, wo Du bist. Die Nachtabsenkung spart je nach Haus etwa 5 bis 12 % Heizenergie, bei Fußbodenheizung und Wärmepumpe oft weniger. Damit Du das nicht jeden Tag von Hand erledigen musst, übernehmen smarte Heizkörperthermostate Zeitpläne, Fenster-offen-Erkennung und Geofencing, und Heizungssensoren zeigen Dir Temperatur und Luftfeuchte in der App.

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Starte jetzt mit smarten Thermostaten in die Heizsaison und lass die Heizung ab heute nach Plan laufen.

Marc
Marc
Marc ist seit 2019 bei tink. Seit 2025 leitet er die Redaktion des tink Blogs und 2026 hat er die Leitung des Video- und Social Media-Teams übernommen. Im Smart Home setzt er auf die Sprachsteuerung mit Google Gemini sowie auf die smarten Geräte von tado° und Philips Hue. Aber auch die Sonos-Lautsprecher haben es ihm angetan. Dank Matter erweitert er sein Ökosystem jetzt auch um eve, Aqara & Co.

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