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Dienstag, 3 November, 2026
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Hackerangriff Kühlanlagen: Was die Supermarkt-Hacks für Dein Smart Home bedeuten

Hacker haben die Kühlanlagen deutscher und französischer Supermärkte aus der Ferne manipuliert, und die Schwachstellen dahinter kennst Du auch von Deinen eigenen Geräten. Hier steht, was passiert ist und was Du heute noch absicherst.

Eine Kühlanlage im Supermarkt hängt am Netzwerk, hat eine Oberfläche zum Einloggen und lässt sich für den Servicetechniker auch aus der Ferne steuern. Das ist praktisch, bis jemand anderes denselben Weg findet. In der Nacht auf den 12. Oktober hat es Märkte in Frankreich getroffen, seit dem Wochenende melden auch deutsche Supermärkte manipulierte Kühlanlagen, unter anderem in Reisbach, Lilienthal und Wuppertal. Beim Hackerangriff Kühlanlagen steckt dieselbe Technik, die Du von zu Hause kennst: Thermostat, Kamera und NAS hängen ebenfalls im Netz und haben eine Verwaltungsseite.

Für den eigenen Gefrierschrank gibt es eine einfache Absicherung: einen Temperatursensor, der Dir eine Nachricht schickt, sobald es zu lange zu warm bleibt. Drei Sensoren, die dafür geeignet sind, siehst Du direkt hier.

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Hackerangriff Kühlanlagen: Was in Frankreich und Deutschland passiert ist

Die französische Welle traf unter anderem Märkte von Intermarché, Netto, Carrefour, E.Leclerc und Coopérative U. Allein bei Intermarché war nach ersten Berichten von rund 150 Filialen die Rede, spätere Meldungen sprechen von mehreren hundert Märkten insgesamt, teils sogar von bis zu 700. In den Kühlmöbeln stiegen die Temperaturen auf bis zu 50 Grad, bei Intermarché laut Berichten bis zu sechs Stunden lang. Große Mengen Lebensmittel mussten entsorgt werden, in einzelnen Märkten schlugen Brandmelder an. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt, bekannt hat sich niemand.

Wie die Angreifer hineingekommen sind, ist offiziell nicht geklärt. Das Bild, das sich abzeichnet: Sie haben aus der Ferne den Abtaumodus aktiviert, eine Funktion, die eigentlich für die Wartung gedacht ist. Nach Berichten deutscher Nachrichtenagenturen traf ein Angriff auf einen technischen Dienstleister in Frankreich die Märkte mehrerer Handelsketten, und ein belgischer Kältetechnikbetrieb meldet, dass bei ihm die Verdampfer auf Abtauen gestellt wurden. Dazu warnen Danfoss und die französische Behörde CERT-FR vor netzwerkfähigen Reglern. Genannt werden ältere Danfoss-Modelle, die AK-SM800 und die AK-SC355, außerdem erwähnt CERT-FR Systeme von Copeland und Dixell. Für die ältesten Danfoss-Modelle gibt es keine regulären Sicherheitsupdates mehr: Die AK-SM800 ist seit 2021 aus dem Sortiment, die AK-SC355 schon seit 2016. Danfoss hatte bereits 2025 empfohlen, alte Regler zu ersetzen und den Zugang per Firewall oder VPN abzuschirmen. Für diese Reihe sind Schwachstellen bekannt, ein nachgewiesener Zusammenhang mit den Angriffen besteht aber nicht. Zu den deutschen Fällen nennen die bisherigen Berichte keinen Hersteller der Anlagen.

Deutschland: Die Fälle seit dem Wochenende

Seit dem Wochenende und in der Nacht auf Montag haben sich mehrere Märkte gemeldet. Das ist der Stand der Berichte von Polizei, Betreibern und Nachrichtenagenturen:

  • Reisbach (Niederbayern): Laut dem Edeka-Markt wurden die Kühlanlagen auf bis zu 50 Grad hochgeheizt. Edeka spricht von einem IT-Vorfall im Zusammenhang mit einer Kühlanlage, betroffene Ware wurde aus dem Verkauf genommen und der Hersteller untersucht die Ursache. Laut Bayerischem Rundfunk ermittelt die Kripo Landshut.
  • Lilienthal bei Bremen (Niedersachsen): Theken, Kühlräume und Truhen fielen über Nacht aus, die Temperatur stieg laut Inhaber Daniel Breiding auf etwa 30 Grad. Er beziffert den Schaden auf mehr als 360.000 Euro an entsorgter Ware.
  • Wuppertal (Nordrhein-Westfalen): Nach Angaben der Polizei wurden die Temperaturen offenbar aus der Ferne angehoben. Der Angriff geschah am Wochenende und fiel am Montagmorgen auf.
  • Wetter-Volmarstein (Ennepe-Ruhr-Kreis): Ein Markt der Awo war betroffen. Laut der Awo richtete sich der Angriff gegen das Unternehmen, das die Kühlanlagen aus der Ferne wartet, nicht gegen den Markt selbst.
  • Raesfeld (Münsterland): Laut einer Rewe-Sprecherin war die Kühltechnik in einem selbstständig geführten Markt beeinträchtigt. Die Polizei prüft, ob ein Hackerangriff die Ursache ist. Andere Rewe-Märkte waren nicht betroffen.
  • Westpfalz: Das Polizeipräsidium Westpfalz meldet einen Lebensmittelbetrieb und einen Supermarkt in den Landkreisen Kaiserslautern und Kusel.

Wer dahintersteckt, ist bislang unbekannt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte nach den französischen Angriffen dazu aufgerufen, aus dem Internet erreichbare Steuerungsanlagen nach dem Stand der Technik abzusichern. Digitalminister Karsten Wildberger forderte bei Welt TV, dass Unternehmen und Verwaltung mehr Vorsorge treffen müssen, und wies darauf hin, dass das BSI ähnliche Aufrufe schon vor den jüngsten Angriffen ausgesprochen hatte.

Europa, die EU und die Niederlande

Außerhalb von Frankreich und Deutschland melden unter anderem Belgien, Schweden, Irland, Luxemburg, Estland, Portugal und die Niederlande Manipulationen, Finnland ermittelt. In Italien waren laut ZDFheute mindestens vier Coop-Märkte auf Sizilien betroffen. Die EU-Kommission hat ein Krisentreffen einberufen, an dem auch ENISA und Europol beteiligt waren. EU-Agrarkommissar Christophe Hansen sprach von einem gezielten Versuch, die Lebensmittelversorgung zu stören und das Vertrauen der Verbraucher zu untergraben, die Versorgungssicherheit sei aber derzeit nicht gefährdet.

In den Niederlanden waren nach Medienberichten Dutzende Kühlsysteme direkt über das Internet erreichbar. Danfoss soll dort mindestens 17 betroffene Unternehmen gemeldet haben, wobei Standardpasswörter und ungesicherte Netzwerke eine Rolle gespielt haben sollen.

Hackerangriff Kühlanlagen und Dein Smart Home: Warum Dich das betrifft

Ein Regler, der ungeschützt am Internet hängt, funktioniert wie eine Servicetür, die mit einem Keil offen gehalten wird: bequem für den Monteur, aber auch für jeden, der vorbeigeht. Die Angreifer mussten nichts zerstören. Sie haben einen Knopf gedrückt, den es schon gab. Dieses Muster kennst Du von zu Hause in drei Varianten.

Die offene Tür zum Internet

Viele machen ihre Kamera oder ihr NAS per Portfreigabe von außen erreichbar, damit sie unterwegs nachsehen können. Sobald ein Gerät ohne Schutzschicht am Netz hängt, ist es für Scanner auffindbar, die das Internet nach offenen Geräten absuchen. Was das für ein NAS bedeutet, zeigt unser Artikel zur Synology-Ransomware, und wie groß das Risiko durch Lücken in der Software hinter smarten Geräten ist, liest Du im Beitrag zur PHP-Lücke und smarten Geräten.

Geräte ohne Updates

Die AK-SM800 ist seit 2021 aus dem Sortiment und bekommt keine regulären Sicherheitsupdates mehr. Zu Hause lauert dasselbe Risiko bei einem alten Router, einer Kamera von einer Marke, die vom Markt verschwunden ist, oder einer Bridge, die seit Jahren auf derselben Firmware läuft. Ein bekanntes Beispiel ist die Sicherheitslücke beim Midea PortaSplit, bei der Fremde die Klimaanlage hätten bedienen können. Wie schnell ein Gerät zum Problem wird, das Du nicht mehr im Griff hast, zeigt auch der Fall der Android-TV-Box mit Backdoor.

Standardpasswörter und doppelt genutzte Logins

Bei den niederländischen Fällen sollen Standardpasswörter eine Rolle gespielt haben. Das ist ein verbreiteter Fehler bei smarten Geräten: Bridge, Kamera oder NAS bleiben auf dem Werkspasswort, weil ja alles funktioniert. Die zweite Falle ist ein Passwort für mehrere Konten. Wird ein Onlineshop gehackt, probieren Angreifer dieselbe Kombination bei Deinem Smart-Home-Konto. Eine gute Grundlage für alle Fragen rund um Datenschutz und Absicherung findest Du in unserem Beitrag zu Sicherheit und Datenschutz im Smart Home.

Nach dem Hackerangriff Kühlanlagen: Fünf Maßnahmen für Deine smarten Geräte

Du musst kein Netzwerkprofi sein, um die größten Risiken zu beseitigen. Diese fünf Punkte decken ab, was beim Hackerangriff Kühlanlagen schiefgelaufen ist.

  1. Mach nichts direkt erreichbar. Suche in Deinem Router nach Portfreigaben (Port-Forwarding) und lösche Regeln, die Du nicht kennst. Brauchst Du Zugriff von außen, nutze ein VPN oder die verschlüsselte Verbindung, die der Hersteller selbst anbietet.
  2. Installiere jedes Update und ersetze, was keine mehr bekommt. Aktiviere automatische Updates und prüfe bei Kamera, Bridge oder Thermostat, wie alt die Firmware ist. Bekommt ein Gerät keine Updates mehr, plane den Austausch.
  3. Vergib für jedes Gerät und jedes Konto ein eigenes Passwort und aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Ändere direkt nach der Einrichtung das Standardpasswort von Bridges, NAS und Kameras.
  4. Setze smarte Geräte in ein eigenes Netzwerk, zum Beispiel ein Gastnetz oder ein separates IoT-Netz, damit eine gehackte Kamera nicht an Laptop oder NAS kommt. Mehr zum Thema Netzwerktrennung steht im Beitrag zur PHP-Lücke.
  5. Setze auf Systeme, die lokal laufen. Eine Zentrale im eigenen Haus, etwa Home Assistant oder ein Hub für Apple Home, steuert Deine Routinen, ohne dass ein externer Server zwischen Sensor und Lampe sitzen muss. Auch Matter und Thread sind darauf ausgelegt, im eigenen Netzwerk zu bleiben.

Hackerangriff Kühlanlagen als Anlass: So baust Du Dir einen eigenen Gefrierschrank-Alarm

Der Hackerangriff Kühlanlagen zeigt, was passiert, wenn niemand merkt, dass ein Gefrierschrank auftaut. Deine eigene Tiefkühltruhe bekommt dieselbe Überwachung mit einer Routine aus drei Schritten: Ein Sensor misst die Temperatur, eine Automation prüft, ob der Wert zu lange zu hoch bleibt, und schickt dann eine Nachricht aufs Handy. So weißt Du es nach einer halben Stunde und nicht erst beim aufgetauten Hackfleisch.

Die Routine

Lass die Automation auslösen, sobald die Temperatur über minus zehn Grad steigt und dort 30 Minuten bleibt. Die Wartezeit verhindert Fehlalarme, wenn Du beim Einräumen die Tür länger offen lässt. In Apple Home baust Du das mit einer Automation auf Basis eines Sensorwerts, in Home Assistant mit einem numerischen Zustands-Trigger samt Zeitdauer. Als Aktion schickst Du eine Push-Nachricht an alle Bewohner, auf Wunsch ergänzt durch eine Ansage über Deinen smarten Lautsprecher.

Der passende Sensor

Wähle einen Sensor, dessen Messbereich unter den Gefrierpunkt reicht. Die drei Sensoren in der Box oben schaffen das laut Herstellerangaben bis minus 20 Grad. Aqara bietet den Temperatur- und Feuchtigkeitssensor T1, der über Zigbee läuft. Bei SwitchBot hast Du mit dem Meter Plus im 2er-Set einen günstigen Einstieg für Kühlschrank und Gefrierschrank, und der Meter Pro ist die Variante mit Display und Klimawarnung. Bedenke, dass Batterien bei Kälte schneller Kapazität verlieren, also lohnt sich ein Blick auf den Ladestand.

Eine Zentrale als Brücke ins Netz

Ein Sensor in einer Metalltruhe dämpft sein eigenes Signal, also gehört die Zentrale in denselben Raum und nicht drei Zimmer weiter. Außerdem brauchen Zigbee- und Bluetooth-Sensoren eine Brücke, damit Meldungen auch außerhalb des Hauses ankommen. Das kann der Aqara Hub M200 sein, der den Sensor per Matter weitergibt, ein HomePod mini von Apple als Apple-Home-Zentrale, über die Nachrichten auch unterwegs ankommen, oder der Homey Pro mini, der Zigbee-Sensoren selbst ansteuert und lokal läuft.

Ein Zuhause, in dem alles lokal läuft und nichts direkt am Internet hängt, muss bei der nächsten Meldung zu einem Hackerangriff auf Kühlanlagen oder smarte Geräte nicht zittern.

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Du willst Sensoren und smarte Geräte an eine Zentrale hängen, die in Deinem eigenen Zuhause läuft? Dann stöbere in unserer Auswahl an smarten Zentralen und Sensoren für Temperatur und Raumklima bei tink und baue Dir Deinen eigenen Gefrierschrank-Alarm.

Thomas
Thomas
Thomas arbeitet bereits seit einigen Jahren bei tink, hat aber kürzlich auch den Schritt zum Blog gewagt, um seine Erfahrungen aus der Praxis zu teilen. Als echter Gadget-Freak erklärt er die modernsten Smart-Home-Lösungen auf leicht verständliche Weise. Sein gesamtes Haus basiert auf einem Apple Home-Ökosystem, und er automatisiert seine Abläufe gerne mit den intelligenten Sensoren von Eve. Derzeit testet er ausgiebig das neueste Multiroom-Audiosystem von Sonos und testet, wie intelligente Türschlösser von Nuki seinen Alltag erleichtern.

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