Den Begriff Matter hast Du sicher schon irgendwo aufgeschnappt. Matter ist so etwas wie der Friedensstifter der Smart-Home-Welt: Es spielt keine Rolle mehr, ob Du ein iPhone oder ein Android-Gerät nutzt – Matter-Geräte funktionieren plattformübergreifend mit so gut wie allem.
Aber Matter ist keine App, die Du einfach herunterlädst. Es ist eine gemeinsame Sprache, die Deine smarten Geräte sprechen. Damit diese Sprache bei Dir zuhause ankommt, brauchst Du ein paar Schritte. Keine Sorge – es ist einfacher, als es klingt.
In dieser Anleitung erklären wir Dir, wie Du Matter einrichtest: von der ersten Zentrale bis zum Teilen von Geräten mit Deiner ganzen Familie.
Schritt 1: Wähle Dein Hauptsystem (die Kommandozentrale)
Auch wenn Matter mit allen gängigen Plattformen funktioniert, brauchst Du ein System als Ausgangspunkt für die Einrichtung. Das ist Deine Heimatbasis. Du hast vier große Optionen:
- Apple Home: Die beste Wahl, wenn Du ein iPhone oder iPad nutzt.
- Google Home: Ideal für Android-Nutzer:innen und alle, die bereits Nest-Geräte haben.
- Amazon Alexa: Besonders stark in der Sprachsteuerung.
- Samsung SmartThings: Leistungsstark bei Automationen – funktioniert sowohl mit Android als auch iOS.
Unser Tipp: Nimm das System, das Du schon am meisten nutzt. Habt ihr alle iPhones? Dann ist Apple Home eine naheliegende Wahl. Oder nutzen verschiedene Personen im Haushalt unterschiedliche Geräte? Dann sind Google Home oder SmartThings sichere Option. Auch mehrere Systeme gleichzeitig sind möglich!
Schritt 2: Die richtige Hardware (Matter Controller & Thread Border Router)
Um Matter einzurichten, brauchst Du ein „Gehirn“ – in der Fachsprache heißt das ein Matter Controller. Das ist das Gerät, das dauerhaft bei Dir zu Hause läuft und alle Verbindungen verwaltet. Gut möglich, dass Du bereits eines hast!
Bekannte Matter Controller im Überblick:
- Apple: Apple TV 4K (2. Gen oder neuer), HomePod (2. Gen), HomePod mini
- Google: Nest Hub (2. Gen), Nest Wifi Pro
- Samsung: SmartThings Hub v3, aktuelle Samsung-TVs & Soundbars
- Amazon: Echo (4. Gen), Echo Hub
⚠️ Wichtig: Das Thread-Detail
Matter funktioniert über WLAN – und über Thread, ein energiesparendes Netzwerkprotokoll speziell für Sensoren und Lampen. Möchtest Du Thread-Geräte (wie die von Eve oder Nanoleaf) nutzen, brauchst Du eine Zentrale, die gleichzeitig als Thread Border Router fungiert. Das sind nichts anderes als Matter Controller, die neben WLAN auch Thread beherrschen.
- Geeignet: Apple TV 4K (mit Ethernet-Verbindung), HomePod mini, Nest Hub (2. Gen), SmartThings Hub v3
- Nicht geeignet: Günstigere oder ältere Modelle wie der Google Nest Hub (1. Gen), Google Nest Mini oder ältere Echo-Geräte unterstützen Matter nur über WLAN – Thread können sie nicht.
Mehr zu den Unterschieden zwischen Matter over WLAN und Matter over Thread findest Du in unserem Artikel Matter und Thread erklärt.
Schritt 3: Matter-Geräte einrichten
Du hast Dein Hauptsystem (z. B. Google Home) und Deine Zentrale (z. B. den Nest Hub) bereit. Jetzt geht es ans Eingemachte.
Der Einrichtungsprozess ist bei allen Plattformen standardisiert:
- Öffne die App Deines gewählten Systems (z. B. Google Home).
- Tippe auf + (Gerät hinzufügen).
- Scanne den Matter-QR-Code – den findest Du direkt auf dem Gerät oder auf einem Beilagekärtchen in der Verpackung.
- Die App erkennt das Gerät automatisch. Gib ihm einen Namen (z. B. „Stehlampe Wohnzimmer“) und weise ihm einen Raum zu.
Fertig! Das Gerät ist jetzt Teil Deiner Matter Fabric – das ist das verschlüsselte Heimnetzwerk, in dem alle Deine Matter-Geräte miteinander kommunizieren.
Eine Übersicht an Matter-Geräten findest Du in unserem Artikel Diese Geräte sind mit Matter kompatibel.
Schritt 4: Geräte teilen (Multi-Admin)
Hier liegt die eigentliche Stärke von Matter. Stell Dir vor: Du hast eine Lampe in Google Home eingerichtet (weil Du ein Android-Smartphone nutzt). Aber Dein:e Partner:in möchte sie über Apple Home steuern (weil sie oder er ein iPhone hat). Früher war das ein Problem. Mit Multi-Admin ist das kein Thema mehr.
So geht’s:
- Geh in der Google Home-App auf die betreffende Lampe.
- Wähle in den Einstellungen die Option „Mit anderen Apps/Diensten verknüpfen“.
- Die App generiert einen neuen QR-Code oder einen numerischen Code.
- Dein:e Partner:in öffnet die Apple Home-App, tippt auf „+“ und scannt diesen neuen Code.
Das Ergebnis: Die Lampe erscheint nun in beiden Apps. Schaltest Du sie in Google Home aus, sieht Dein:e Partner:in das sofort in Apple Home.
Schritt 5: Das i-Tüpfelchen (Automationen & Hersteller-Apps)
Jetzt, wo alles eingerichtet ist, kannst Du loslegen und automatisieren.
- Basics: Automationen wie „Licht bei Sonnenuntergang einschalten“ lassen sich bequem in Deiner Haupt-App (Apple Home, Google Home usw.) anlegen.
- Spezialfunktionen: Manche herstellerspezifischen Features sind noch nicht vollständig in Matter integriert. Willst Du zum Beispiel die Zugangscodes für Gäste bei Deinem Nuki Smart Lock konfigurieren oder die Farbverlauf-Effekte Deiner Nanoleaf-Lampen anpassen? Dafür benötigst Du in vielen Fällen noch die App des jeweiligen Herstellers. Halte sie also griffbereit.
Kurzes Glossar: Die wichtigsten Matter-Begriffe erklärt
Beim Einrichten wirst Du wahrscheinlich auf ein paar Fachbegriffe stoßen. Hier sind die wichtigsten kurz erklärt:
Matter Controller – Das Gehirn Deines Smart Homes (Deine Zentrale), das Geräte steuert und koordiniert.
Thread Border Router – Ebenfalls ein Matter Controller, dient aber zugleich als Brücke zwischen Deinem WLAN-Netzwerk und dem energiesparenden Thread-Netzwerk.
Matter Bridge – Ein Gerät, das Smart Home-Geräte die in einem anderen Funknetzwerk operieren (z. B. Zigbee oder Z-Wave) ins Matter-Ökosystem übersetzt. Die Philips Hue Bridge ist ein gutes Beispiel: Sie sorgt dafür, dass Deine vorhandenen Hue-Lampen Matter „verstehen“, ohne dass Du sie ersetzen musst.
Fabric – Das unsichtbare, verschlüsselte Netzwerk, in dem alle Deine Matter-Geräte miteinander kommunizieren.
Häufige Fragen zu Matter
Muss ich alle meine alten Geräte ersetzen?
Nein. Viele ältere Hubs (wie die von Philips Hue oder Aqara) bekommen Over-the-Air-Updates und fungieren danach als Bridge für Matter. Deine bestehenden Lampen und Sensoren werden so ohne Austausch ins neue Matter-Netzwerk eingebunden. Wirf also nichts weg.
Funktioniert Matter auch ohne Internetverbindung?
Ja – und das ist einer der großen Vorteile. Matter setzt auf lokale Steuerung: Dein Smartphone kommuniziert direkt mit der Zentrale und den Geräten, ohne den Umweg über das Internet oder eine Cloud. Fällt die Internetverbindung aus, kannst Du Dein Licht trotzdem steuern und lokale Automationen laufen weiter.
Kann ich einen Amazon-Speaker mit Google Home koppeln?
Nein, das ist (bisher) nicht möglich. Mit Multi-Admin teilst Du Endgeräte wie Lampen, Schlösser oder Thermostate. Die Controller selbst – also Lautsprecher und Hubs – lassen sich nicht systemübergreifend teilen. Du kannst also nicht per Siri einem Amazon Echo einen Befehl geben.
Bereit für die Zukunft?
Matter einzurichten klingt technischer als es ist. In der Praxis läuft es meistens auf eines hinaus: QR-Code scannen und loslegen. Matter gibt Dir die Freiheit, die Geräte zu kaufen, die Dir gefallen – ohne auf „Works with…“-Aufkleber achten zu müssen. Der beste erste Schritt ist eine solide Basis: eine leistungsstarke Smart-Home-Zentrale und die neuesten Matter-kompatiblen Geräte, die Du bei tink im Bereich Matter findest.





