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NINA-Warnungen auf dem Home Assistant Dashboard anzeigen

Hagel, Sturm, Starkregen: In der Gewittersaison zählt jede Minute Vorwarnzeit. Wir zeigen Dir, wie Du amtliche NINA-Warnungen direkt in Home Assistant einbindest.

Zwischen Mai und August ziehen die heftigsten Gewitter über Deutschland. Wer ein Smart Home mit Home Assistant betreibt, muss dafür keine zusätzliche App auf dem Handy installieren. Mit der NINA-Integration laufen die offiziellen Warnungen des Bundes direkt in Deinem Dashboard auf. In diesem Ratgeber erfährst Du, wie Du NINA-Unwetterwarnungen in Home Assistant einrichtest, sie auf dem Dashboard anzeigst und sinnvoll mit Wetterdaten kombinierst.

Was ist die NINA-Integration in Home Assistant?

NINA steht für „Notfall-Informations- und Nachrichten-App“ und ist der offizielle Warndienst des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Über NINA laufen Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Hochwasserwarnungen, Gefahrstoffmeldungen und Katastrophenwarnungen zusammen.

Home Assistant bringt seit Version 2022.2 eine fertige NINA-Integration mit. Du musst also nichts manuell programmieren und auch kein externes Add-on installieren. Die Integration ruft alle fünf Minuten neue Warnungen ab und legt für jeden ausgewählten Landkreis oder jede Stadt mehrere „Warn-Slots“ an. Pro Slot entstehen ein Binärsensor (Warnung aktiv: ja oder nein) sowie weitere Sensoren mit Details wie Überschrift, Schweregrad, Start- und Ablaufzeitpunkt sowie den betroffenen Gebieten.

NINA-Integration einrichten: Schritt für Schritt

Die Einrichtung dauert nur wenige Minuten und läuft komplett über die Benutzeroberfläche:

  1. Öffne in Home Assistant Einstellungen > Geräte & Dienste.
  2. Klicke unten rechts auf Integration hinzufügen und suche nach NINA.
  3. Wähle Deine Stadt oder Deinen Landkreis aus. Die Auswahl ist alphabetisch gruppiert, damit Du Deinen Ort schneller findest.
  4. Lege fest, wie viele Warnungen pro Region maximal abgerufen werden sollen. Die Voreinstellung von fünf ist für die meisten Haushalte völlig ausreichend.
  5. Bestätige die Einrichtung.

Anschließend findest Du unter Entwicklerwerkzeuge > Zustände neue Entitäten nach dem Schema binary_sensor.warning_[ort]_[nummer]. Für Köln sähe das zum Beispiel so aus: binary_sensor.warning_koln_stadt_1. Solange keine Warnung aktiv ist, steht der Sensor auf „aus“ und liefert keine Attribute. Sobald eine Warnung eintrifft, wechselt er auf „ein“ und füllt sich mit Details.

Unwichtige Warnungen herausfiltern

Nicht jede Meldung ist für Dich relevant. Die Integration bietet zwei Filter, die Du in den Optionen als regulären Ausdruck (Regex) hinterlegst. Mit der Sperrliste für Überschriften blendest Du bestimmte Themen aus, etwa mit .*hochwasser.*, wenn Du fernab jedes Gewässers wohnst. Mit dem Gebietsfilter zeigst Du umgekehrt nur Warnungen für ein bestimmtes Gebiet an, zum Beispiel .*nagold.*. Corona-Warnungen sind bereits standardmäßig ausgeblendet.

NINA-Warnungen auf dem Dashboard anzeigen

Jetzt kommt der spannende Teil. Damit eine Warnkarte nur dann erscheint, wenn es tatsächlich etwas zu melden gibt, arbeitest Du mit einer bedingten Anzeige. Es gibt drei bewährte Wege, vom einfachen Bordmittel bis zur komfortablen Spezialkarte.

Variante 1: Bedingte Karte (ohne Zusatz-Tools)

Die einfachste Lösung nutzt die in Home Assistant eingebaute „Conditional Card“. Sie zeigt eine Warnung nur an, wenn der passende Sensor auf „ein“ steht:

type: conditional
conditions:
  - entity: binary_sensor.warning_koln_stadt_1
    state: 'on'
card:
  type: entities
  entities:
    - type: attribute
      entity: binary_sensor.warning_koln_stadt_1
      attribute: headline
      name: Warnung Köln
    - type: attribute
      entity: binary_sensor.warning_koln_stadt_1
      attribute: sent
      name: Gesendet

Hast Du mehrere Warn-Slots oder Regionen gewählt, wiederholst Du den Block für jeden Sensor (_1, _2, _3 und so weiter).

Variante 2: Markdown-Karte mit Warn-Hinweis

Etwas eleganter wird es mit einer Markdown-Karte und dem eingebauten Warn-Element ha-alert. So erscheinen mehrere aktive Warnungen sauber untereinander, jeweils gelb hervorgehoben:

type: markdown
content: >
  {% if is_state('binary_sensor.warning_koln_stadt_1', 'on') %}
  <ha-alert alert-type="warning">{{ state_attr('binary_sensor.warning_koln_stadt_1', 'headline') }}</ha-alert>
  {% endif %}
  {% if is_state('binary_sensor.warning_koln_stadt_2', 'on') %}
  <ha-alert alert-type="warning">{{ state_attr('binary_sensor.warning_koln_stadt_2', 'headline') }}</ha-alert>
  {% endif %}

Achte darauf, die Sensornamen exakt an Deine eigenen Entitäten anzupassen, sonst flackert die Karte oder bleibt leer.

Variante 3: Spezielle NINA- und DWD-Warnkarte über HACS

Wer es richtig komfortabel mag, installiert über den Home Assistant Community Store (HACS) eine fertige Warnkarte wie die „NINA and DWD Warnings Card“. Sie bündelt alle Warnungen in einer einzigen Karte, sortiert sie nach Schweregrad und zeigt je nach Warntyp passende Symbole an, etwa eine Gewitterwolke bei Gewitterwarnung oder eine Schneeflocke bei Frost. Dazu lassen sich Überschriften nach Warnstufe einfärben. Für die Gewittersaison ist das die übersichtlichste Variante, weil Du auf einen Blick erkennst, wie ernst die Lage ist.

NINA, DWD oder Blitzortung: die richtigen Daten für die Gewittersaison

NINA ist Dein Allrounder für amtliche Warnungen aller Art. Speziell für das Wetter lohnt sich aber ein Blick auf zwei ergänzende Integrationen, die ebenfalls fest in Home Assistant verankert sind.

Die DWD-Wetterwarnungen liefern Unwetterwarnungen direkt vom Deutschen Wetterdienst, oft mit feinerer Abstufung und Vorwarnzeiten. Da NINA viele DWD-Warnungen ohnehin weiterleitet, kann es bei paralleler Nutzung zu Dopplungen kommen. Gute Warnkarten erkennen das und führen identische Meldungen zusammen.

Für echte Gewitterfans gibt es zusätzlich Karten auf Basis von Blitzortung.org, die einschlagende Blitze in Deiner Umgebung in Echtzeit anzeigen. So siehst Du nicht nur, dass ein Gewitter angekündigt ist, sondern auch, wie nah es bereits gekommen ist.

Mehr aus der Warnung machen: Automationen und Wetterdaten

Der eigentliche Mehrwert entsteht, wenn die Warnung etwas auslöst. Steht ein NINA-Sensor auf „ein“, kann Home Assistant automatisch Markisen und Rollläden einfahren, eine Push-Nachricht aufs Handy schicken oder die smarte Bewässerung im Garten pausieren. So wird aus der reinen Anzeige ein echter Unwetterschutz, der ohne Dein Zutun reagiert.

Noch genauer wird es mit eigenen Messwerten vom Grundstück. Eine smarte Wetterstation von Netatmo erfasst Temperatur, Luftdruck, Wind und Regen direkt bei Dir zu Hause und liefert die Daten an Home Assistant. Kompakter und mit Matter-Unterstützung misst der Eve Weather Außentemperatur und Luftdruck und zeigt den Wettertrend auf einem E-Ink-Display. In Kombination mit den NINA-Warnungen baust Du Dir so ein Frühwarnsystem, das amtliche Meldungen und lokale Realität zusammenbringt. Passende Geräte findest Du in unserer Kategorie Wettersensoren.

Fazit

Die NINA-Integration ist eine der unterschätztesten Funktionen in Home Assistant und gerade in der Gewittersaison Gold wert. Sie ist in wenigen Minuten eingerichtet, kostet nichts und macht eine zusätzliche Warn-App auf dem Smartphone überflüssig. Ob schlichte bedingte Karte oder komfortable Warnkarte über HACS: Du entscheidest, wie prominent die Warnungen erscheinen. Wer noch einen Schritt weitergeht und Warnungen mit Automationen und einer eigenen Wetterstation verknüpft, macht aus seinem Dashboard ein echtes Frühwarnsystem für Haus und Garten.

Marc
Marc
Marc ist seit 2019 bei tink und hat seitdem schon diverse Testberichte geschrieben. Sein Smart Home besteht überwiegend aus Produkten von Google, tado° und Philips Hue. Aber auch die Sonos-Lautsprecher haben es ihm angetan. Dank Matter erweitert er sein Ökosystem jetzt auch um eve, Aqara & Co.

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