Die Sonos Arc Soundbar im Test

Wie sich die neue Sonos Arc Soundbar im Alltag schlägt? Das haben wir für Dich getestet.
Sonos Arc: Dolby Atmos im Wohnzimmer
Lesezeit: 6 Minuten

Mit dem Ende der Playbar hat Sonos sein Flaggschiff für Heimkino-Anwendungen aus dem Spiel genommen. Nun steht der Nachfolger bereit. Wir haben die Sonos Arc getestet und verraten, ob sie den hohen Erwartungen gerecht wird.

Viel Platz für viel Technik

Die Arc ist mit 1,14 Metern und über sechs Kilogramm ein echtes Schwergewicht. Kein Wunder, schließlich hat hier einiges an Technik Einzug gehalten. Auf der Oberfläche befindet sich das gewohnte Touch-Bedienfeld. Das elegante Gehäuse selbst ist ein einziges Gitter, durch das der Sound ungehindert hindurchdringen kann. Ein eingebauter Sensor erkennt zudem, ob die Soundbar auf dem TV-Tisch steht oder an der Wand hängt. So stimmt die Arc den Sound passend zur Konfiguration ab.

Noch mehr Lautsprecher für noch besseren Klang

Schon die Playbar konnte vor allem durch ihre 9 Lautsprecher überzeugen, mit denen sie eine überzeugende Surround-Soundkulisse erzeugt hat. Bei der Arc legt Sonos nochmal nach: mit acht Tieftönern und drei Hochtönern bringt es die Arc auf ganze 11 Treiber – drei mehr als die Playbar. So wird nicht nur der Surround-Sound noch feiner abgestimmt, sondern auch gleich der Grundstein für das Hauptfeature der neuen Soundbar gelegt: Dolby Atmos.

Sonos Arc in frontaler Ansicht
Das Design der Sonos Arc ist unaufdringlich und elegant gehalten.

Surround Sound mit Dolby Atmos – HDMI eARC vorausgesetzt

Die immersive Raumklangsimulation von Dolby ist schon seit Jahren der Standard in den besten Kinosälen Weltweit und wurde von den Sonos-Fans lange herbeigesehnt. Der Atmos-Standard funktioniert bisher lediglich über HDMI mit eARC, eine Verbindung über ein optisches Kabel reicht nicht aus, um in den Genuss des besten Klangerlebnisses zu kommen. Dementsprechend verfügt die Sonos Arc lediglich über einen HDMI-Anschluss neben dem für Sonos üblichen Ethernet-Port.

Das bedeutet aber nicht, dass jedes HDMI-Gerät einfach angeschlossen werden kann. Das funktioniert nur über einen HDMI-Port mit enhanced Audio Return Channel (kurz eARC) – daher auch der Name der Soundbar. Einen solchen eARC-Anschluss findet man in der Regel nur an modernen Fernsehgeräten und AV-Receivern. Allerdings legt Sonos einen optischen Adapter bei, mit dem die Arc genau wie die Playbar mit anderen Geräten, etwa Spielekonsolen oder Blu-Ray-Playern verbunden werden kann. Dann steht aber lediglich Dolby Digital zur Verfügung.

Sonos Arc Test – die Soundbar ist schnell installiert

Die Einrichtung der Arc ist denkbar einfach. Über den ARC-Anschluss am Fernseher oder AV-Receiver wird sie angeschlossen und mit einem einfachen Netzstecker mit Strom versorgt. Die App scannt wie gewohnt über WLAN nach Geräten und richtet die Arc innerhalb kürzester Zeit ein. Auch wenn die Verbindung zum TV mal verloren geht – etwa weil das Kabel abgezogen und wieder eingesteckt wurde – ist schlimmstenfalls eine Neueinrichtung des TV-Anschlusses via App erforderlich, der nur wenige Sekunden dauert.

Sonos Arc: Die Soundbar mit Dolby Atmos
Die Sonos Arc bringt endlich Dolby Atmos ins Wohnzimmer

Satter Premium-Sound – Der Sound der Sonos Arc im Test

Bei 11 Lautsprechern und Atmos-Kompatibilität darf man einiges vom Sound erwarten. Und die Sonos Arc enttäuscht hier keineswegs. Die Bässe sind derart satt und kräftig, wie man es sonst von Subwoofern von der Größe eines kleinen Hockers gewohnt ist. Dennoch klingt der Sound ausgewogen. Kein dröhnen oder Scheppern, die Höhen und Mitten bleiben betont und gut hörbar. Die Soundqualität bleibt selbst bei größerer Lautstärke erhalten – und davon hat die Arc eine Menge zu bieten. Zu keinem Zeitpunkt in unserem Sonos Arc Test konnten wir die maximale Lautstärke ausreizen, ohne Gehörschäden oder Ruhestörungsklagen zu riskieren. Beste Voraussetzungen also für jedes Heimkino!

So ist die Arc auch für jede House Party bestens geeignet – dies auch dank Unterstützung von Apple AirPlay 2. Ob Rock, Lo-Fi oder House – Die Musik ist stets gut abgestimmt und die Bässe lassen die improvisierte Tanzfläche beben. Allerdings muss man bedenken, dass der Sound darauf ausgelegt ist, den Zuschauer auf dem Sofa zu begeistern. Dementsprechend verliert der Sound in der Raummitte deutlich an Bass, während er direkt an der Wand für manchen Geschmack schon zu stark sein kann. Höhen und Tiefen lassen sich aber über den Equalizer in der App auf den eigenen Geschmack einstellen.

Spätestens bei Filmen machen sich die elf Töner allemal bezahlt. Die 5.0 Surround-Kulisse über den optischen Anschluss überzeugt weitgehend, ersetzt allerdings keine Rear-Speaker. In unserer Test-Konfiguration konnten wir stets hören, dass der Sound von vorn und von den Seiten, nicht jedoch von hinten kommt. Das ist allerdings schnell vergessen, da die Arc dies mit ihrem extrem guten Klangbild wieder wett macht. Sie bietet einfach Entertainment satt!

Raumklang wie im Kino

Richtig interessant wird es durch Dolby Atmos. Dessen Vorgänger Dolby Digital verteilt den Sound auf verschiedene Kanäle, die den einzelnen Lautsprechern zugewiesen sind. So wird zwar ein Surround-Effekt erzielt, allerdings beschränkt sich das auf einzelne Richtungen. In einem üblichen Surround-System kommt ein einzelner Sound also entweder von vorne, von der Seite oder von hinten.

Atmos hingegen löst die Audiokanäle komplett auf und mixt mehrere Lautsprecher so ab, dass der Sound von einer exakten Position zu kommen scheint. Das funktioniert bei der Sonos Arc beeindruckend gut. Hier machen sich die fehlenden Rear-Speaker weit weniger bemerkbar und der Ton klingt sehr viel brillanter.

Dolby Atmos – aber nicht für jeden

Ausgerechnet im wohl wichtigsten Feature offenbart sich aber auch die größte Schwäche der Arc – Kaum jemand wird in den Genuss kommen dürfen, Atmos zu Hause zu erleben. Denn der hierfür erforderliche HDMI-Port mit eARC ist auf kaum einem Fernseher verbaut. Selbst von neueren Geräten wird Dolby Atmos oft nicht unterstützt. Wer sich also in den letzten Jahren einen neuen Fernseher gekauft hat, wird wahrscheinlich auf das größte Feature der Arc verzichten müssen.

Ebenso, wer die Soundbar mit einem Projektor nutzen will. Auch wird erst in den Systemeinstellungen der App verraten, welches Soundformat die Arc tatsächlich wiedergibt. So kann die Enttäuschung groß ausfallen, wenn man erst durch umständliches Suchen in den Einstellungen erfährt, dass lediglich Dolby Digital zu hören ist. Und da die Arc nur einen einzigen Anschluss hat, müssen alle anderen Geräte zwingend mit dem Fernseher verbunden sein. Das bedeutet, dass das TV-Gerät neben der Atmos-Unterstützung auch in der Lage sein muss, Audiosignale unkomprimiert über die HDMI-Anschlüsse durchzuschleifen. Ansonsten gibt’s nämlich ausschließlich Stereo-Sound. Hier hätte ein zweiter HDMI-Anschluss wenigstens teilweise Abhilfe schaffen können.

Sonos Arc und das Problem mit den Anschlüssen
Die Sonos Arc hat neben dem Ethernet-Port einen HDMI-Anschluss (links).

Endlich da – die neue S2 App

Die Sonos Arc wird mit der neuen Sonos S2 App ausgeliefert. Mit dieser will Sonos sein System zugänglicher und benutzerfreundlicher machen und neue Funktionen einführen. Tatsächlich gelingt die Einrichtung deutlich einfacher als bei älteren Sonos-Systemen. Auch die Nutzeroberfläche ist insgesamt übersichtlicher. Und endlich lassen sich auch mehrere Lautsprecher dauerhaft gruppieren.

Die Sonos S2 App
Die Sonos S2 App ist übersichtlicher und bietet neue Funktionen.

Die Sprachsteuerung der Sonos Arc im Test

Wie es sich für ein Sonos-Flaggschiff gehört, sind natürlich auch bei der Arc wieder die Sprachassistenten Alexa und Google Assistant integriert. Die Fernfeld-Mikrofone und Echo-Unterdrückung sorgen für eine gute Sprachverständlichkeit, selbst während lauter Actionszenen beim Filmabend. So funktionierte die Sprachsteuerung mit dem smarten Google Assistant auf der Sonos Arc im Test stets hervorragend.

Lediglich die Einrichtung der Sprachdienste kann durch die Verknüpfung der Konten etwas hakelig ausfallen. Großes Plus für die Sicherheit: Der Knopf zum Stummschalten des Mikrofons ist direkt mit dessen Status-LED verlötet. Es gibt also keinen Weg, das Mikrofon zu aktivieren, ohne dass die LED dies anzeigt.

Heimkino Plus mit Sub und Surround Speakern

Wie schon die vorherigen Soundbars lässt sich auch die Sonos Arc mit einem Sonos Sub und zwei Satelliten kombinieren. Das geht mit genau den gleichen Lautsprechern wie zuvor. Man kann also als Satelliten Sonos One, One SL, Sonos Five oder gar die älteren Play:1, Play:3 und Play:5 einsetzen. Wir erwarten uns davon vor allem eine noch exaktere Raumklangsimulation sowie besser abgestimmte Bässe, da der Sub der Soundbar einen Großteil der Tiefen abnimmt.

Unser Gesamteindruck der Sonos Arc im Test

Insgesamt hat Sonos mit der Arc einen würdigen Nachfolger der Playbar geliefert. Sowohl Klang als auch Bedienung können mit allen Erwartungen mithalten. Allerdings offenbart sich in der Hauptfunktion auch der große Haken an der Arc. Um überhaupt in den Genuss des Atmos-Sounds zu kommen, werden sich die meisten wohl einen neuen Fernseher kaufen müssen.

So sollte jeder vor dem Kauf unbedingt erst einmal überprüfen, ob denn die vorhandene Technik überhaupt den Dolby Atmos-Standard unterstützt. Sonst könnte eine herbe Enttäuschung bevorstehen. Wer hingegen bereits die neueste Technik besitzt oder sich ohnehin bald einen neuen Fernseher kaufen will, wird sich mit der Sonos Arc an Heimkino in absoluter Premium-Qualität erfreuen.

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