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Ladestationen: Das sind die wichtigsten HPC-Anbieter

High Power Charging (HPC) macht Elektromobilität alltagstauglich.
Ionity HPC Ladestation mit angestecktem VW ID.3

Die Zukunft fährt elektrisch, soviel steht fest. Doch mit dem Umschwung auf den elektrischen Antrieb gehen auch einige Herausforderungen einher. Eine bekannte Schwachstelle: die Ladedauer. Und dadurch auch die Möglichkeit, Langstrecken bequem mit dem E-Auto zurückzulegen. Zwei Probleme, eine Lösung: High Power Charging (HPC). In unserem HPC Ladestation Vergleich stellen wir die wichtigsten Anbieter vor – inklusive aller relevanten Informationen für Dich.

Mit dem Aus für Verbrenner, den viele Hersteller bereits selbst festgelegt haben, steht dem Erfolg vom E-Auto in der breiten Masse nichts mehr im Weg. Diese Entwicklung bestätigt auch die Zahl an Neuzulassungen von Elektroautos in Deutschland. Allein bis zum Oktober wurden dieses Jahr laut Statista bereits über 267.000 E-Autos neu zugelassen. Im Vergleich: Im Jahr 2019 waren es erst knapp über 63.000.

Elektromobilität: VW kündigt ID.3 für den Sommer 2020 an

Das Problem: Die Anzahl der verfügbaren Ladestationen wächst nicht in vergleichbarem Tempo. Zwar werden es auch hier stetig mehr, allerdings reicht das nicht aus, um mit dem rasanten Anstieg an E-Autos mitzuhalten. Aktuell stehen Fahrer:innen von E-Autos ca. 25.800 Ladestationen (Stand: November 2021) zur Verfügung. So kommen derzeit nach aktuellen Schätzungen 17 Elektro-Fahrzeuge auf einen öffentlichen Ladepunkt.

Ladesäule ist nicht gleich Ladesäule

Diese Baustelle bleibt natürlich nicht unerkannt. So setzen Anbieter für Ladestationen neben dem Ausbau von Ladestationen auf eine weitere Maßnahme: die Erhöhung der Ladegeschwindigkeit. Denn je kürzer die Ladezeit, desto schneller ist die Ladestation auch wieder verfügbar. Klassische Win-win-Situation.

Person bedient App an innogy-Ladesäule

Zurzeit sieht die Verteilung der Anschlüsse an Ladestationen in Deutschland noch so aus: 65 Prozent gehören zur Kategorie „Beschleunigte” und 14 Prozent zu den „Schnellladern”. Da der Begriff Schnellladen nicht eindeutig definiert ist und einen großen Spielraum lässt, hat sich eine weitere Kategorie etabliert: Das High Power Charging (HPC).

HPC Ladestation im Vergleich: Die Performance Variante

Unter High Power Charging (HPC) versteht sich eine Ladeleistung zwischen 100 kW und 350 kW. Damit lädst Du den Akku Deines E-Autos besonders schnell wieder auf. Im Vergleich: Eine typische Wallbox in Deinem Zuhause lädt mit ca. 11 kW.

Mit einer HPC Ladestation sind so nach nur 5 Minuten Akku-Ladungen für bis zu 100 km Reichweite möglich. Anzumerken ist aber, dass kein Elektroauto auf dem deutschen Markt aktuell die Spitzenleistung von 350 kW nutzen kann. Der Volkswagen ID.3 lädt z.B. mit bis zu 100 kW und ist somit nach ca. 20-30 Minuten wieder bei 80 Prozent Akku-Stand.

CCS Stecker in Nahaufnahme
© VW

Ein weiteres Merkmal von HPC Ladestationen: Sie setzen beim Ladevorgang auf den Combined Charging System (CCS)-Anschluss. Dabei handelt es sich um ein Schnellladesystem nach europäischem Standard. Das macht den Anschluss innerhalb der EU besonders zukunftssicher und gibt Planungssicherheit.

Die wichtigsten Anbieter im HPC Ladestation Vergleich

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Anbietern für HPC Ladestationen auf dem Markt. Die meisten davon sind aufgrund ihrer Position in der Energiewirtschaft namentlich bereits bekannt. Schauen wir uns die wichtigsten Anbieter im Detail an.

Connect-Testsieger EnBW

Zu den besten Anbietern im HPC Ladestation Vergleich gehört ohne Frage der Energieversorger EnBW. Mit ca. 900 eigenen HPC Ladepunkten (mind. 150 kW) in Deutschland bietet er das mit Abstand größte Netz an. Dabei setzt der baden-württembergische Energieversorger bei seinen Ladesäulen auf 100 Prozent Ökostrom. Erst kürzlich wurde EnBW für sein Angebot vom Test-Magazin Connect als bester Betreiber von Ladesäulen ausgezeichnet.

EnBW HPC Ladestation mit Überdachung
© EnBW

E.ON mit seinem Tochterunternehmen Charge-On

Zahlenmäßig folgt an zweiter Stelle der Energiekonzern E.ON mit seinem Tochterunternehmen Charge-On sowie rund 100 HPC Ladepunkten. Für regelmäßige Nutzer:innen der Charge-On Ladesäulen bietet sich für den Ladevorgang die E.ON Drive-App an. Darüber startest Du den Ladevorgang, erhältst eine genaue Preisauskunft sowie eine Übersichtskarte mit allen Standorten. Anmerkung: E.ON bezeichnet bereits Ladepunkte mit über 50 kW als HPC.

E.ON HPC Ladestation mit mehreren Ladesäulen, Überdachung und Beleuchtung
© E.ON

Der Energieversorger EWE

Mit EWE Go bietet der Energieversorger aus Niedersachsen bereits 69 eigene HPC Ladepunkte fürs Schnellladen Deines E-Autos an. Für die Nutzung steht Dir hier ebenfalls eine App (Punktladung-App) zur Verfügung. Leider lässt sich bei der Suche nach Ladepunkten nur nach einer Ladeleistung von mehr als 50 kW filtern. Und nicht explizit nach HPC Stationen. Die Besonderheit hier: EWE kooperiert mit McDonalds, sodass bei den Ladestationen stets für entspannte Pausen gesorgt ist.

Der Öl-Konzern Shell setzt auf ein zweites Standbein

Auch Shell, einer der weltweit größten Öl-Konzerne, möchte nach bei der Verkehrswende ein wichtiger Player auf dem Markt bleiben. Und mit seinen zahlreichen Tankstellen hat sich Shell bereits die besten Standorte für seine eigenen Ladesäulen gesichert. Bereits 45 HPC Ladestationen bietet Shell an seinen Tankstellen an. Lobenswert ist hier auch das Versprechen, dass die Shell Recharge Ladesäulen zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Shell kann anscheinend auch umweltfreundlich.

Shell Recharge HPC Ladesäule

Neben den eigenen Ladesäulen kannst Du über die Shell Recharge App mit Ladekartenanbieter NewMotion zahlreiche weitere öffentliche Ladepunkte finden. Mit Echtzeit-Informationen zu Verfügbarkeit, Ladegeschwindigkeit sowie Tarifen.

HPC Ladestation Vergleich: Pionier Tesla

Mit seinem eigenen Netzwerk an HPC Standorten versorgt der amerikanische Anbieter Tesla seine Nutzer:innen bereits seit einiger Zeit mit leistungsstarken Ladesäulen. In Deutschland stehen dafür 90 Standorte mit rund 1000 Ladepunkten zur Verfügung. Die sogenannten Tesla Supercharger liefern bis zu 350 kW Ladeleistung. Aktuell stehen die Tesla Ladesäulen ausschließlich der Eigenmarke zur Verfügung. Es wird allerdings spekuliert, dass diese bald auch für andere Anbieter geöffnet werden. Wir sind gespannt.

Drei Ladestationen von Tesla an einer Raststelle.

Das Gemeinschaftsprojekt der großen Autohersteller

Ebenfalls interessant: Ionity, ein Gemeinschaftsprojekt der großen Fahrzeughersteller. Mit dem Ziel eines europäischen Netzes mit HPC Ladestationen haben sich BMW, Ford, Hyundai, Mercedes-Benz und Volkswagen zusammengeschlossen. Zwischen zwei Ladepunkten sollen in Europa zukünftig maximal 120 Kilometer Entfernung bestehen.

Der Clou: Fahrzeughalter:innen der beteiligten Hersteller erhalten bei den Ionity Säulen günstigere Konditionen. Das Projekt hat darüber hinaus noch einen weiteren gewünschten Effekt für die Autohersteller: Sie werden unabhängiger von den großen Energieunternehmen.

Ionity HPC Ladesäulen mit Elektroauto beim Laden
© Ionity

Fazit zum HPC Ladestation Vergleich

Damit Elektroautos langfristig erfolgreich bleiben, benötigen wir in Deutschland und Europa ein umfangreiches Netz an Ladestationen. Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf HPC Ladestationen gelegt werden, denn diese ermöglichen besonders kurze Ladezeiten. In unserem HPC Ladestation Vergleich haben wir die aktuell wichtigsten Anbieter vorgestellt. Und es werden stetig mehr – mehr Ladestationen, aber auch mehr Anbieter. Wir sind gespannt, wie sich die Entwicklung fortführt.