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Apple Intelligence & Siri-Ersatz: Was Europa bei iOS 27 doppelt verpasst

[Update vom 16.06.26] Während der Rest der Welt diesen Herbst auf einen revolutionär smarten Assistenten umsteigt, sorgt der europäische Digital Markets Act dafür, dass wir die wichtigsten Funktionen von iOS 27 verpassen.

Es ist Mitte Juni 2026 und die Tech-Welt dreht in zwei Richtungen am Rad: Auf der einen Seite enthüllte Apple bei der WWDC 2026 eine komplett neue, hyperintelligente Version von Siri – angetrieben von Apple Intelligence. Auf der anderen Seite brodelt die Gerüchteküche dank eines Bloomberg-Berichts: Apple verhandelt offenbar mit Google und Anthropic darüber, Siri künftig vollständig durch einen KI-Chatbot nach Wahl ersetzen zu können. Für Smart-Home-Fans klingt das nach einer Revolution – wäre da nicht die große dunkle Wolke über Europa.

Das große Gerücht: Tschüss Siri, hallo Gemini oder Claude

Laut zuverlässigen Bloomberg-Quellen verhandelt Apple hinter verschlossenen Türen mit Anthropic (den Machern von Claude) und Google. Das Ziel: Apple will über spezielle „Erweiterungen“ ermöglichen, den Standard-Sprachassistenten auf iPhone, iPad und Mac vollständig durch einen KI-Chatbot nach Wahl zu ersetzen. Entwickler haben diese Erweiterungspunkte bereits in den neuesten Beta-Versionen von iOS entdeckt. In einem Auswahlmenü kannst Du dann schlicht festlegen, ob Du künftig Google Gemini, ChatGPT oder einen anderen Assistenten als Deine digitale Zentrale verwenden möchtest.

Was das für Dein Smart Home bedeuten würde

Für Apple-Home-Nutzer wäre das eine Zeitenwende. Heute ist Siri beim Steuern komplexer Smart-Home-Szenarien oft das schwächste Glied in der Kette. Mit einem echten KI-Assistenten könnte das so aussehen: Statt „Hey Siri, dimme die Wohnzimmerlichter auf 50 % und stelle die Heizung auf 20 Grad“ sprichst Du einfach: „Ich hatte einen langen Arbeitstag – mach das Wohnzimmer gemütlich für einen Netflix-Abend.“ Die KI versteht den Kontext, dimmt Deine Philips Hue-Lampen, schließt die smarten Rollos und regelt die Temperatur automatisch ein. Smart Home auf einem völlig neuen Level.

Die kalte Dusche für Europa: Gleich zweifacher Dämpfer für Apple Intelligence

Leider müssen wir an dieser Stelle zweimal tief durchatmen. Apple hat sowohl die neue Siri AI als auch die KI-Erweiterungs-Funktion für den europäischen Markt vorerst vollständig blockiert. Während amerikanische Nutzer diesen Herbst mit einem hyperintelligenten Telefon herumlaufen, bleibt unser Assistent in der Hosentasche vorerst altmodisch „dumm“.

Warum liegen Apple und die EU im Clinch?

Der Übeltäter: der Digital Markets Act

Der Grund hinter dieser Blockade ist kein technisches Problem, sondern ein politisches Tauziehen. Apple zeigt mit dem Finger auf den europäischen Digital Markets Act (DMA). Dieses Gesetz wurde von der EU geschaffen, um große Tech-Konzerne zu zwingen, ihre Plattformen für den Wettbewerb zu öffnen. Die EU verlangt, dass Apple auch anderen smarten Assistenten (wie Google Gemini oder OpenAIs ChatGPT) exakt denselben tiefen Zugriff auf das Betriebssystem gewährt wie Siri.

Privatsphäre versus Offenheit

Apple weigert sich vorerst strikt und verweist auf Datenschutz- und Sicherheitsrisiken. Laut dem Konzern aus Cupertino würde die Auslegung der EU bedeuten, dass externe Anbieter viel zu tief in die privaten Daten und Apps der Nutzer eindringen könnten. Apple behauptet, mehrere Vorschläge gemacht zu haben, um Siri AI auf sichere Weise in Europa anzubieten – die Europäische Kommission habe diese jedoch abgelehnt. Weil Apple keine Milliardenstrafen riskieren will, zieht der Konzern nun die Notbremse: Indem Apple die Funktionen in Europa schlicht nicht startet, umgeht der Konzern die europäischen Regeln und setzt gleichzeitig ein deutliches politisches PR-Statement gegen Brüssel.

Apple Intelligence: Was genau verpassen wir auf dem iPhone?

Die Liste der Funktionen von Apple Intelligence, die diesen Herbst auf iPhone und iPad an uns vorbeigeht, ist leider ziemlich schmerzhaft. Das sind die wichtigsten Tools, die in der EU blockiert werden:

  • Die neue Siri-App: Eine eigene Oberfläche, in der Deine gesamte Gesprächshistorie mit Siri gespeichert wird und in der Du frühere Anfragen anpinnen kannst.
  • Schreibwerkzeuge: KI-Tools, die Texte, Mails oder WhatsApp-Nachrichten direkt für Dich umschreiben, zusammenfassen oder auf Rechtschreibfehler prüfen.
  • Visual Intelligence: Richte Deine Kamera auf ein Restaurant oder Produkt und bekomme direkt per KI alle Hintergrundinfos auf den Bildschirm gezaubert.
  • Der Siri-Kameramodus: Eine smarte Integration, mit der Siri live durch den Sucher Deiner Kamera Objekte und Situationen erkennt und Aktionen vorschlägt.
  • KI-Assistenten-Erweiterungen: Die Möglichkeit, Siri durch Google Gemini oder ChatGPT zu ersetzen – inklusive aller Smart-Home-Superkräfte.

Die kuriose Ausnahme: Apple Intelligence auf dem Mac

Das bemerkenswerteste Detail dieses ganzen Tech-Kriegs? Die Blockade gilt speziell für iOS 27 und iPadOS 27. Wenn Du diesen Herbst das Update auf macOS 27 auf Deinem Mac oder MacBook installierst, funktioniert Siri AI mit Apple Intelligence (auf Englisch) sehr wohl auch in Deutschland und im Rest der EU! Auch auf der Apple Watch (watchOS 27) und der Vision Pro (visionOS 27) darf der smarte Assistent seine Kunststücke zeigen.

Der Grund dafür ist, dass die Europäische Union iPhone und iPad als sogenannte „Gatekeeper“ eingestuft hat – zentrale Plattformen, die streng reguliert werden müssen – während der Mac diesen Status nicht hat. Für den Computer gelten die strengen DMA-Regeln also schlicht nicht. Einen offiziellen Zeitplan, wann Apple und die EU sich beim iPhone doch noch einig werden, gibt es leider noch nicht.

Was bedeutet das für Dein Apple Home – und was kannst Du jetzt tun?

Für den europäischen Apple-Nutzer ist das ein extrem bitterer Beigeschmack. Wir zahlen hier den vollen Preis für die neuesten iPhones und HomePods, werden aber von der bedeutendsten Software-Innovation dieses Jahrzehnts abgeschnitten. Solange Apple und die EU miteinander im Clinch liegen, bleibt die Steuerung Deiner Apple HomeKit-Geräte von der „alten“, langsameren Siri abhängig. Zum Glück bist Du nicht völlig machtlos – es gibt 2026 hervorragende Alternativen:

  • Die Stärke von Matter: Die Einführung des universellen Matter-Standards ist heute wichtiger denn je. Matter sorgt dafür, dass Deine smarten Steckdosen, Türschlösser und Lampen nicht mehr an einen Anbieter gebunden sind. Kooperiert Apple nicht? Dann verbindest Du Deine Geräte genauso einfach mit dem Ökosystem von Google oder Amazon. (Mehr dazu: Was ist Matter? Das Smart Home der Zukunft)
  • Investiere in einen smarten Hub: Amazon steht auch nicht still. Mit Geräten wie dem Amazon Echo Show 8 holst Du ein Smart Display mit integriertem Matter-Hub nach Hause. Alexa ist in den letzten Jahren rasant intelligenter geworden – und Amazon rollt fleißig eigene KI-Sprachmodelle aus, ohne Streit mit der EU.
  • Das Google-Ökosystem: Wenn Du ohnehin an Gemini als Gehirn für Dein Zuhause interessiert bist, kannst Du direkt in Google Nest-Hubs oder die neuesten Google TV-Streamer investieren, in die KI nativ eingebaut ist.

Der Kampf zwischen Tech-Giganten und Behörden wird in den kommenden Jahren nur heftiger werden. Als Smart-Home-Besitzer ist Deine beste Absicherung einfach: Halte Dir die Optionen offen, investiere in universelle (Matter-)Geräte und mache Dein Zuhause nie von den Launen eines einzelnen Herstellers abhängig.

Willst Du ein zukunftssicheres Smart Home, das unabhängig davon funktioniert, wer den Assistenten-Krieg am Ende gewinnt? Entdecke unser komplettes Sortiment an Matter-kompatiblen Produkten und alle Apple HomeKit-Produkte bei tink.de.

Joshua
Joshua
Joshua verstärkt das tink-Team seit Juli 2025. Er verbindet jahrelange Schreiberfahrung mit einer großen Leidenschaft für technologische Innovationen. Privat nutzt er begeistert Govee für stimmungsvolle Beleuchtung, und auch die smarten Lautsprecher von JBL haben einen festen Platz bei ihm. Er ist immer auf der Suche nach dem nächsten Upgrade für sein Smart Home und experimentiert derzeit ausgiebig mit Philips Hue und Soundcore.

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