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Was bedeutet Digitalisierung der Energiewende für mich?

Mit intelligenten Stromzählern macht sich Deutschland zukunftsfähig.

Im Jahr 2017 verabschiedete die Bundesregierung das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende. Und doch ist vielen die “Digitalisierung der Energiewende” kaum ein Begriff. Dabei betrifft es uns früher oder später alle. Höchste Zeit also Licht ins Dunkel zu bringen. Was sind die Gründe für das Gesetz? Welche Maßnahmen sind vorgesehen? Und noch wichtiger: Was bedeutet das Ganze für Dich? Alles Wichtige findest Du hier.

Beginnen wir am Anfang: Warum das Ganze? Der Anteil an erneuerbaren Energien in unserer Stromversorgung steigt immer weiter. In absehbarer Zeit werden wir ausschließlich auf erneuerbare Energien setzen. Schon allein, um den Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren und dadurch die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen.

Digitalisierung der Energiewende: Bild von Solar Panels

Das Problem: Die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen unterscheidet sich maßgeblich von der aus fossilen Rohstoffen. Sie unterliegt stärker wetterbedingten Schwankungen und erfolgt vor allem dezentral. Zum Beispiel an den windigen Küsten der Ost- und Nordsee oder den sonnenreichen Regionen im Süden.

Damit keine Versorgungsengpässe entstehen und das Stromnetz in Deutschland auch für die Zukunft gewappnet ist, benötigen wir smarte Lösungen. Hier kommt das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW) ins Spiel.

Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende

Mithilfe intelligenter Messsysteme soll das Stromnetz an den steigenden Anteil erneuerbarer Energien angepasst werden. Sie ermöglichen eine verbesserte Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren und sorgen für eine effizientere Netzauslastung. Deshalb gelten sie auch als Schlüsselelement bei der Digitalisierung der Energiewende.

Stundengenauer Stromverbrauch in einer App dank digitalem Stromanbieter und Smart Meter.

Kernstück des Gesetzes ist der Austausch von analogen Stromzählern durch moderne, digitale sowie intelligente Modelle (Smart Meter). Das sorgt nicht nur für eine effizientere Energienutzung, sondern auch für mehr Transparenz bei Verbraucher:innen.

Wer wann an der Reihe ist, ist abhängig vom jährlichen Stromverbrauch. Zunächst Unternehmen und Haushalte mit einem hohen bis sehr hohen Verbrauch, dann folgt der Rest. Aber soviel steht bereits fest: Im Laufe der nächsten 10 Jahre kommen wir alle dran.

Zeitplan für die Umrüstung

So weit, so gut. Wie sieht der genaue Ablauf aus? Ein Blick in die Tabelle (s.u.) zeigt: Die Umstellung bei Großverbraucher:innen mit mehr als 10.000 kWh pro Jahr ist bereits in vollem Gang. Für sie ist der Umstieg auf einen intelligenten Stromzähler (Smart Meter) verpflichtend. Ebenfalls begonnen hat der Austausch der alten Stromzähler bei den Verbraucher:innen mit einem jährlichen Verbrauch zwischen 6.000 und 10.000 kWh. Auch hier ist ein Smart Meter gesetzlich vorgeschrieben.

Jahr

Stromverbrauch pro Jahr

Digitaler Stromzaehler

Intelligenter Stromzaehler (Smart Meter)

Seit 2017

Ab 10.000 kWh

x

Verpflichtend

Seit 2020

6.000 bis 10.000 kWh

x

Verpflichtend

Bis 2032

Unter 6.000 kWh

Verpflichtend

Auf Wunsch

Wenn Du eher zu den kleineren Haushalten gehörst, hast Du von dem Ganzen vielleicht noch gar nichts mitbekommen. Doch früher oder später – spätestens jedoch bis 2032 – wird auch bei Dir der Stromzähler modernisiert. In dieser Kategorie ist allerdings lediglich ein moderner Zähler mit digitalem Display vorgesehen. Der Vorteil hier: Du kannst Dir über die digitale Anzeige ganz einfach die Tages-, Wochen- sowie Monatsverbrauchswerte anzeigen lassen.

Mit diesen Kosten musst Du rechnen

Während es keinen einheitlichen Preis für die Bereitstellung der neuen Stromzähler gibt, wurden vom Gesetzgeber Preisobergrenzen festgelegt. So dürfen die Kosten für einen Haushalt mit einem modernen (digitalen) Stromzähler pro Jahr zum Beispiel nicht mehr als 20 € betragen.

Aber Achtung: Die Preisobergrenzen gelten nicht, wenn Du freiwillig (abweichend der Vorgaben oben) einen anderen Stromzähler einbauen lässt. Auch gelten sie nicht, wenn Du einen anderen, als den grund-zuständigen Messstellenbetreiber für die Umrüstung auswählst.

Ein perfektes Paar: Smart Meter im Smart Home

Auf Wunsch kannst Du Dir – als kleinerer Haushalt – übrigens auch einen Smart Meter anstatt eines digitalen Stromzählers einbauen lassen. Dann kann der Preis dafür allerdings von den gesetzlichen Obergrenzen abweichen. Warum die Option eines intelligenten Stromzählers für Dich trotzdem interessant sein könnte? Ein Smart Meter hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber einem digitalen Stromzähler: Er ist mit dem Internet verbunden.

Illustration zur Smarte Energiewende: Haus, Solarzellen, Windräder, Auto etc.

So hast Du stets Zugriff auf alle relevanten Daten zu Deinem Stromverbrauch. Jederzeit, digital und direkt aufs Smartphone. Dadurch ergeben sich eine Menge Vorteile für Dich und Dein Smart Home. Aber dazu bald mehr. Denn dem Thema Smart Meter widmen wir einen eigenen Beitrag hier im Magazin. Stay tuned.

Das intelligente Stromnetz

Die zunehmende Verbreitung von intelligenten Stromzählern in Deutschland eröffnet auf lange Sicht ein enormes Potenzial in Bezug auf die Digitalisierung der Energiewende: Die Erschließung eines intelligenten Stromnetzes.

Bild von Stromturm

In einem solchen intelligenten Stromnetz (Smart Grid) werden Informationen über Erzeugung, Verbrauch sowie Speicherung innerhalb des Netzes laufend ausgetauscht. Das ermöglicht eine optimale Netzauslastung. Davon profitieren wir letztendlich alle. Egal ob Endverbraucher:in oder Unternehmen.

Fazit zur Digitalisierung der Energiewende

Aktuell ist ein intelligentes Stromnetz zwar noch Zukunftsmusik, aber schon bald könnte es in Deutschland Realität werden. Für viele Haushalte und Unternehmen hat die Umrüstung auf digitale sowie intelligente Stromzähler bereits begonnen. Früher oder später kommen wir dann alle dran. So schaffen wir die Digitalisierung der Energiewende. Und Du bist ein Teil davon.