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Shelly-Übernahme ist offiziell: Das plant Schneider Electric

[Update vom 25.09. 2026] Was sich im Juli schon andeutete, ist jetzt offiziell: Schneider Electric übernimmt die Shelly Group für 1,2 Milliarden Euro. Für die vielen Home-Assistant-Nutzer, die auf die günstigen, lokal steuerbaren Shelly-Module setzen, bleibt eine Frage entscheidend: Bleibt die Marke sich selbst treu?

Bereits am 29. Juli 2026 bestätigte die Shelly Group SE erste Gespräche mit dem französischen Elektrotechnik-Konzern Schneider Electric über eine mögliche Übernahme. Jetzt ist es amtlich: Beide Gründer und der Verwaltungsrat von Shelly unterstützen das Angebot, die Investitionsvereinbarung ist unterschrieben. Zeit, einen genauen Blick auf die Deal-Details zu werfen, und zu schauen, was die Geschichte über den weiteren Verlauf solcher Übernahmen lehrt.

Was ist passiert?

Schneider Electric bietet 70 Euro pro Aktie in bar, was Shelly auf rund 1,2 Milliarden Euro bewertet. Das ist kein hastiges, opportunistisches Angebot: Es liegt 27 Prozent über dem Kurs von Ende Juli, bevor die Gerüchte durchsickerten, und 22 Prozent über dem aktuellen Kurs. Beide Gründer, Dimitar Dimitrov und Svetlin Todorov, halten zusammen rund 57 Prozent der Anteile und haben unter Vorbehalt zugesagt, ihre Aktien zu verkaufen.

Auffallendes Detail: Dimitrov will einen Teil des Erlöses gemeinsam mit Schneider für mindestens drei Jahre reinvestieren. Das ist keine Garantie, aber ein Signal, dass der Gründer selbst noch an die gemeinsame Zukunft glaubt.

Was Schneider und Shelly versprechen

Beide Unternehmen betonen Kontinuität. Der Hauptsitz in Bulgarien, die Belegschaft, die Marke und die Technologie sollen laut den Vereinbarungen mindestens drei Jahre bestehen bleiben. Produkte, Services und Support laufen wie gewohnt weiter. Und speziell für die Nutzergruppe, die sich am verwundbarsten fühlt: Die offene Architektur und die Kompatibilität des Ökosystems sollen ein Kernmerkmal bleiben.

Genau das ist der Punkt, an dem wir im Juli schon zweifelten. Shellys Beliebtheit bei Technik-Enthusiasten und Home-Assistant-Nutzern beruht nämlich auf etwas sehr Konkretem: Geräte, die sich ohne Abo auslesen lassen, auf die man eigene Firmware flashen kann und die komplett lokal funktionieren, ganz ohne Cloud-Zwang.

Wer ist Shelly überhaupt?

Was heute als Shelly Group SE an der Börse notiert ist, entstand 2003 in Sofia als Allterco AD, zunächst mit Fokus auf Mobilfunk- und M2M-Lösungen. 2013 startete das Unternehmen sein erstes Hausautomatisierungssystem, aus dem sich die Marke Shelly entwickelte. Bekannt wurde Shelly vor allem durch kompakte WLAN-Relais und Stromzähler, die sich ohne Zwangs-Cloud und ohne zusätzlichen Hub lokal in Unterputzdosen einbauen lassen. Genau diese Offenheit und die einfache Integration in Home Assistant, Alexa oder Google Home haben Shelly bei Bastlern, Elektrikern und Smart-Home-Einsteigern gleichermaßen beliebt gemacht.

Warum Schneider Electric?

Schneider Electric ist im Smart-Home-Bereich selbst kein Unbekannter: Unter der Marke Wiser bietet der Konzern bereits ein modulares System für Heizung, Rollladen, Licht und Energiemanagement an, richtet sich damit aber stärker an Elektrofachbetriebe und Neubauprojekte. Mit der Übernahme sichert sich Schneider Electric zusätzlich Zugang zu einer riesigen, technikaffinen Nutzerbasis und einem der günstigsten und am weitesten verbreiteten IoT-Ökosysteme im europäischen Smart Home. Für den Konzern ist das ein Schritt, seine Position im Wachstumsmarkt vernetztes Zuhause deutlich auszubauen.

Wichtig für die Einordnung: Diese Übernahme fügt sich in ein größeres Bild ein. Schneider konkurriert im Connected-Home-Markt bereits mit Anbietern wie dem französischen Legrand, dem schwedischen Plejd und dem Schweizer ABB. Shellys Produktpalette (Relais, Steckdosen, Energiemesser) passt da nahtlos hinein. Das ist also kein Seitenschritt, sondern eine gezielte Bewegung in einem Markt, in dem Schneider längst mitspielt.

Was die Geschichte lehrt: das Aveva-Beispiel

Versprechen zur Kontinuität gibt es bei jeder Übernahme. Interessanter ist Schneiders eigene Erfolgsbilanz: 2017 übernahm der Konzern eine Mehrheitsbeteiligung am britischen Softwareunternehmen Aveva, 2022 folgte die vollständige Übernahme. Aveva blieb dabei als eigenständiges Unternehmen bestehen, und die Software hielt konsequent an ihrem herstellerunabhängigen Ansatz fest: Sie funktioniert mit oder ohne Schneider-Hardware.

Das ist ein günstiger Präzedenzfall für alle, die hoffen, dass Shelly seinen offenen Charakter behält. Eine Garantie ist das natürlich nicht, aber mehr als nur ein PR-Versprechen. Schneider hat dieses Muster bereits einmal gezeigt.

Die Community reagiert, und nicht zufällig skeptisch

Im Home-Assistant-Forum tauchte diese Woche bereits die erste Reaktion auf: „Für mich bedeutet das, dass meine Shelly-Geräte ins No-Internet-VLAN wandern.“ Genau der Reflex, den man von einer Nutzergruppe erwarten würde, die sich nie wegen der App für Shelly entschieden hat, sondern wegen der lokalen Kontrolle.

Zufall oder nicht: Nur zehn Tage vor dieser Ankündigung bestätigte Shelly-Gründer Dimitrov selbst eine Umfrage in der offiziellen Community darüber, ob die neuen Gen4-Geräte doch noch Matter over Thread erhalten sollen. Shelly bewegte sich also schon in Richtung mehr Offenheit, genau in dem Moment, als die Eigentumsfrage unsicher wurde. Was diese beiden Entwicklungen zusammen bedeuten, lässt sich noch nicht sagen.

Was bedeutet die Shelly Übernahme für Nutzer?

Kurzfristig ändert sich an Deinem bestehenden Shelly-Setup nichts. Die aktuelle Gerätegeneration funktioniert genauso weiter wie gewohnt, Firmware, App und Funktionsumfang bleiben unverändert.

Offen bleibt vor allem, was auf lange Sicht mit Preisen und Innovationstempo passiert. Einerseits könnte die Anbindung an einen etablierten Elektrokonzern die Verbreitung bei Elektrikerbetrieben erleichtern, andererseits gibt es in der Community Sorgen, dass sich Preisniveau und Tempo an anderen Konzernmarken orientieren könnten. Erst kürzlich hatte Shelly mit neuen Kameras und Matter-Updates gezeigt, wie schnell sich das Portfolio weiterentwickelt.

Wie geht es jetzt weiter?

Ganz in trockenen Tüchern ist der Deal noch nicht. Es braucht eine Mindestannahmequote von 95 Prozent des platzierten Kapitals, und die bulgarische Aufsichtsbehörde muss das Angebot vor der Veröffentlichung noch genehmigen. Schneider rechnet damit, die Transaktion im ersten Quartal 2027 abzuschließen. Bis zu einem verbindlichen Abschluss können also noch einige Monate vergehen, auch wenn die Investitionsvereinbarung bereits unterschrieben ist.

Unsere Einschätzung: Hoffnungsvoll, aber nicht naiv

Wir haben schon im Juli die Daumen gedrückt, und das tun wir jetzt weiterhin. Das Aveva-Beispiel gibt Grund für gedämpften Optimismus. Die Reaktion der Community zeigt aber, dass Vertrauen hier nicht selbstverständlich ist. Wir behalten die Entwicklung im Blick und halten Dich auf dem Laufenden, sobald es mehr Klarheit gibt, auch wenn der Deal 2027 tatsächlich abgeschlossen wird.

Bis dahin ändert sich an Deinem bestehenden Shelly-Setup nichts. Die aktuelle Gerätegeneration funktioniert einfach weiter wie gewohnt.

Egal, wie die Übernahme ausgeht: Shellys WLAN-Relais gehören schon jetzt zu den beliebtesten Bausteinen für Nutzer, die klassische Lichtschalter, Steckdosen und Verbraucher lokal und ohne Zwangs-Cloud smart machen wollen. Diese Modelle zeigen, wie kompakt und vielseitig sich das Ökosystem einsetzen lässt:

Shelly 1 (Gen. 3) - WLAN 1-Kanal Relais max. 16A - Blau
Unverb. Preisempf.: € 13,99 Du sparst: € 0,04  Preis: € 13,95 ZUM PRODUKT
Shelly 1PM (Gen. 3) - Smart WLAN 1-Kanal Relais max. 16A
Unverb. Preisempf.: € 14,99 Du sparst: € 0,04  Preis: € 14,95 ZUM PRODUKT
Shelly 2PM (Gen. 3) - Smart WLAN 2-Kanal Relais max. 16A - Schwarz
Unverb. Preisempf.: € 19,99 Du sparst: € 2,04 (-10%)  Preis: € 17,95 ZUM PRODUKT

Fazit

Die Übernahme von Shelly durch Schneider Electric ist offiziell bestätigt, formal abgeschlossen ist sie aber erst nach der behördlichen Freigabe und der Mindestannahmequote, frühestens im ersten Quartal 2027. Für Shelly-Nutzer heißt es vorerst: Es ändert sich nichts. Wenn Du jetzt schon in Shellys lokales, offenes Ökosystem einsteigen willst, findest Du bei tink das aktuelle Sortiment.

Marc
Marc
Marc ist seit 2019 bei tink. Seit 2025 leitet er die Redaktion des tink Blogs und 2026 hat er die Leitung des Video- und Social Media-Teams übernommen. Im Smart Home setzt er auf die Sprachsteuerung mit Google Gemini sowie auf die smarten Geräte von tado° und Philips Hue. Aber auch die Sonos-Lautsprecher haben es ihm angetan. Dank Matter erweitert er sein Ökosystem jetzt auch um eve, Aqara & Co.

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