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Filament-LEDs: Wie sie funktionieren, was sie können

Wir verraten Dir, wie die Technik hinter modernen Filament-Leuchten funktioniert und wo sich die Lampen am besten machen.
Eine Frau und ein Mann sitzen an einem Tisch, der von mehreren Filament-LED-Leuchten von Philips Hue erleuchtet wird

Der Vintage-Trend macht selbst vor unseren Lichtern nicht Halt. Obwohl LEDs die alten Glühbirnen inzwischen ersetzt haben, erlebt die Glühdraht-Optik eine echte Renaissance.

Im Zuge dessen folgt der große Auftritt der Filament-LEDs. Diese imitieren sogenannte Kohlefadenlampen, frühe Vorgänger der uns bis heute bekannten Glühbirnen. Statt eines horizontalen Wolfram-Drahts leitet (wie der Name schon sagt) ein Kohlefaden den elektrischen Strom und fängt dabei zu glühen an.

Die Farbtemperatur ist sehr warm, der Rot-Anteil in dem Licht also sehr hoch. Außerdem ist die Lichtstärke nicht besonders hoch. Dadurch erkennt man deutlich den glühenden Faden im Inneren der Lampe.

Was früher ein erster elektrischer Nachfolger des Gaslichts war, ist heute aufgrund seiner Optik besonders als Deko-Leuchte gefragt. Allerdings braucht heute niemand mehr mit Kohlefäden zu hantieren – LEDs und einem modernen Erfindergeist sei Dank.

Kleine Leuchtdioden lassen sich schließlich auf engem Raum anbringen, wie ihr Einsatz in klassischen Leuchtmitteln zeigt. Wieso also keinen LED-Faden spinnen?

Ein Patent für eine solche Birne mit LED-Band ist auf das Jahr 2008 datiert. Als Erfinder gelten die beiden Japaner Kunihiko Hakata und Tomomi Matsuoka. Ihr Design entspricht in etwa dem, was man heute klassischerweise unter Filament-LEDs versteht.

Kurz gesagt: Man ordnet Leuchtdioden auf einer Linie an und ummantelt sie mit einem reflektierenden Material wie Plastik oder Glas. Der Clou: Zwischen LED-Streifen und Hülle kommt noch ein fluoreszierendes Gas. Erst so entsteht der Eindruck eines durchgängig leuchtenden Fadens.

Filament-LED-Lampen
Viele Filament-LED-Lampen setzen auf horizontal angeordnete Lichtfäden.

Bei sehr geringer Leuchtstärke erkennt man mitunter die einzelnen LEDs. Im Kern ähnelt der Aufbau von Filament-LED-Lampen dem von LED-Leuchtbändern. Er ist lediglich etwas mi­ni­a­tu­ri­sie­rt.

Falls Du sehen willst, wie das aussieht: Wir haben auf unserem Blog einige LED-Lightstrips getestet. Auf den Bildern dort siehst Du deutlich den Aufbau mit den in Reihe geschalteten LEDs.

In einem anderen Test zu Outdoor-LED-Lichtstreifen zeigt sich beim Produkt von Philips Hue, wie mit solchen LED-Streifen ein durchgängiges Leuchtband erzeugt werden kann. Nichts anderes passiert bei Filament-LEDs – nur eben in kleiner.

Echtes LED-Band oder nur Leuchtfaden?

Dieser Aufbau sorgt für ein gleichmäßiges Licht, das auch gedimmt eine gute Figur macht. Damit kommst Du am ehesten den klassischen Kohlefadenlampen nahe.

Es gibt allerdings auch billigere Modelle. Diese platzieren lediglich zwei LEDs auf dem Boden der Lampe und setzen einen reflektierenden Faden auf die Dioden. Ähnlich einem Glasfaserkabel reflektiert dieser das Licht und gibt es an die Umgebung ab. Es entsteht der Eindruck eines durchgängig leuchtenden Fadens.

Dieser Eindruck geht bei den günstigen Produkten aber schnell verloren, sobald die Lichtstärke reduziert wird, Du die Lampe also dimmst. Das steht natürlich dem dekorativen Ziel einer Filament-Lampe eindeutig entgegen.

Intelligente Deko: Smarte Filament-LED-Leuchten

Womit wir beim Einsatz von Filament-Lampen wären. Denn in der Funktionalität unterscheiden sie sich nicht von anderen LED-Leuchten. Sie lassen sich stufenlos dimmen, setzen wegen des kompakten Aufbaus lediglich auf eine bestimmte Farbe und Farbtemperatur.

Filament-Lampen sind deswegen reine Deko-Lampen, die allein qua Design für eine entspannte und/oder Retro-Stimmung sorgen. Die Birnen gibt es – wie andere LEDs auch – inzwischen in verschiedenen Bauformen, von bauchigen Birnen bis zu verschnörkelten „Kerzen“. Selbst das Design ganz alter Glühbirnen lebt wieder auf und heißt mal „Rustika“, mal „Edison“. So findest Du genau die Lampe, die für Deine Zwecke passt.

Und natürlich gibt es die Filament-LEDs auch als smarte Lampen. Zwar lohnt sich der Griff zu smartem Licht unserer Meinung nach generell. Damit passt Du Deine Beleuchtung in wenigen Schritten oder per Sprachbefehl jederzeit Deinen Bedürfnissen an.

Frau steuert ihre Filament-LEDs mit dem Smartphone
Filament-LEDs gibt es auch als smarte Lampen. Die steuerst Du bequem vom Smartphone aus.

Gerade bei dekorativen Lampen wie den Filament-Modellen machen sich smarte Funktionen aber noch einmal mehr bezahlt. Schließlich passt Du Deine Lampen nur so wirklich in den Raum mit dem Rest der Deko ein.

Du lässt sie zur Nacht hin automatisch dimmen, stimmst das Licht mit Deiner Musik ab oder schaltest die Lampen einfach von unterwegs aus.

Filament-LEDs sind zudem eine tolle Möglichkeit, alte Lampen authentisch wiederzubeleben und in Dein Smart Home einzubinden. Damit musst Du Deine Inneneinrichtung nicht Deiner Technik unterordnen – und machst Dir Dein Zuhause so, wie Du Dich am wohlsten fühlst.

Philips Hue White Filament Edison E27 Bluetooth - Filament-Lampe
Philips Hue White Filament Edison E27 Bluetooth - Filament-Lampe