Smart Shopping mit Sprachassistenten

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Smarte Lautsprecher sind im Aufwind – und wenn man einer US-Studie des Tech-Analysten-Unternehmens Canalys  glauben darf, auch bald in aller Wohnzimmer. Alleine für 2018 rechnet das Unternehmen mit einem weltweiten  Absatz von 56 Mio. Smartspeakern. Bis 2020 sollen 75% der US-Haushalte mit Amazon Echo, Google Home oder Apple HomePod ausgestattet sein. Ähnliche Zahlen kann man wohl auch – ggf. mit etwas verzögerten Wachstumsraten – in Deutschland erwarten. Ebenfalls soll bis 2020, so die Prognose, 16% des Konsums anstatt wie bisher 2% über Sprachbefehl getätigt werden. „Conversational Commerce“ – also Handel und Konsum im Dialog mit künstlicher Intelligenz- ist die Zukunft. Doch wo stehen wir im Moment?

Hilfe im Alltag, aber bisher wenig Einkäufe

Schaut man sich das bisherige Nutzerverhalten ist das Ergebnis recht verblüffend: Ein Großteil der Alexa- und Google-Home-Besitzer nutzt die stationären Assistenten für alltägliche Dinge wie zum Beispiel den Abruf des Wetterberichts, die Lieblings Playlist hören oder den Timer zu stellen. Eastereggs wie „Hey Google wie macht die Kuh“ oder „Alexa, ich bin Dein Vater“ sorgen zusätzlich  für Lacher und Akzeptanz bei allen Familienmitgliedern. Die Marktführer wie Amazon und Google hatten sich bei der Markteinführung ihrer Geräte erhofft, dass Alexa- und Google-Home-Nutzer per Sprachbefehl shoppen würden. Dieser Plan ist allerdings bisher nicht aufgegangen: Bis heute nutzen gerade einmal 2% der User dieses Feature. Der Drang, per Sprachbefehl den Kühlschrank oder Weinkeller zu füllen ist weitaus weniger ausgeprägt als gedacht. Bislang haben mehr als eine Millionen Kunden ihre Online-Einkäufe per Sprachbefehl ausgeführt, allerdings haben gerade einmal ein zehntel von Ihnen nach dem ersten Versuch eine weitere Bestellung getätigt.

Mögliche Erklärung

Als Erklärungsversuch muss oftmals das fehlende Vertrauen in den immer noch undurchschaubaren Algorithmus herhalten. Kunden sind sich nicht sicher, was ihr Smart Speaker aus der Bestellung macht, wenn sie zögerlich oder gar unverständlich getätigt wird. Außerdem dürften vielen Usern der Preisvergleich oder die bildliche Darstellung der Produkte fehlen, wie sie bei vielen anderen Shopping-Portalen gang und gäbe ist. Kaum ein Nutzer wird es Alexa mit dem Sprachbefehl Alexa, kaufe mir einen Flatscreen“ selbst überlassen, ein Gerät auszusuchen. In den meisten Fällen wird er den direkten Weg von der Vergleichsseite hin zum entsprechenden Online-Shop gehen. Der Weg über einen smarten Lautsprecher dürfte da eher ein Umweg sein.

Einkaufen mit Amazon Echo – so funktioniert es

In Deutschland ist das Online-Shopping mit Google Home momentan noch nicht verfügbar, es wird aber daran gearbeitet, über die Verkäuferplattform Google Express den Service ebenfalls anzubieten. Wir konzentrieren uns im Folgenden daher nur auf den Shopping-Trip mit Alexa.

Das sind die Voraussetzungen für den Einkauf mit Alexa

  • Eine Mitgliedschaft bei Amazon Prime
  • Eine Lieferanschrift in Deutschland
  • Ein deutsches Bankkonto als Zahlungsart inklusive einer deutschen Rechnungsanschrift
  • Ein Amazon Echo Gerät (ob Amazon Echo, Echo 2, Echo Dot, Echo Show oder Echo Plus ist egal)

 

Ihr könnt Eure Bestellung ganz normal per Sprachbefehl steuern. Wir haben euch die wichtigsten Befehle zusammengestellt.

 

Befehl Funktion
Alexa, bestelle (Name des Produktes)! Ein bestimmtes Produkt bei Amazon bestellen.
Alexa, füge (Name des Produktes) dem Einkaufswagen hinzu! Fügt ein Produkt zur Einkaufsliste für das spätere Bezahlen hinzu.
Alexa, füge (Name des Produktes) der Einkaufsliste hinzu! Fügt ein Produkt zur Einkaufsliste, auf der Ihr Wunschartikel speichern könnt.
Alexa, wo ist meine Bestellung? Über den voraussichtlichen Lieferzeitpunkt informieren.
(Name des Produktes) erneut bestellen! Artikel noch einmal bestellen.
Alexa, storniere meine Bestellung! Eine Bestellung abbrechen, direkt nachdem sie aufgegeben wurde.
Ja/Nein. Antworten, wenn Alexa um eine Bestätigung bittet.

Wie lange dauert die Lieferung?

Ein Vorteil ist, das Deine bestellten Produkte den Status einer Amazon-Prime-Bestellung haben, das heißt mit ein wenig Glück hast Du sie schon am nächsten Tag.  Ihr könnt Alexa auch fragen, wie lange es noch dauert.

Alexa – eine verlässliche Shoppingberaterin?

Eine großes Fragezeichen ergibt sich bei den Produktvorschlägen, die Amazon Echo euch machen wird. Teilweise basieren sie auf bereits von Euch getätigten Einkäufen, teilweise wird eine Vorauswahl durch das Label „Amazon’s Choice“ vorgenommen, welches Amazon an Händler vergibt. Testkäufe haben ergeben, dass der gleiche Artikel der vorgeschlagen wurde, in manchen Amazon Shops günstiger angeboten wurde. Hier kommt wieder der nicht-existente Preisvergleich zum Tragen, der das Einkaufen mit Sprachassistent bisher noch nicht wirklich attraktiv macht.

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